TRADERS´ Briefing 508 - 18.09.2020

Dax beweist relative Stärke

In einem äußerst volatilen Kursverlauf konnte sich der Dax gestern dem Schwächeanfall an den amerikanischen Börsen widersetzen und den Kursrückgang mit einem Schlusskurs von 13.208 Punkten auf 0,4 Prozent begrenzen. Dabei eröffnete der deutsche Leitindex bei 13.060 Zählern mit einem Abwärts-Gap von knapp 200 Punkten oder umgerechnet 1,5 Prozent. Noch in den ersten Handelsminuten wurde das Tagestief bei 13.036 Punkten markiert. Danach setzte eine Rallye ein, die den Dax in zwei größeren Aufwärtsschüben wieder über die 13.200er-Marke hievte. Damit brach der Index zwar kurzzeitig aus der jüngsten Trading-Range zwischen 13.150 und 13.300 Punkten nach unten aus. Auf Schlusskursbasis wurde jedoch sowohl die untere Begrenzung als auch die weitaus wichtigere 13.000er-Marke erfolgreich verteidigt. Jetzt kommt es entscheidend darauf an, ob der Dax die Kraft hat, in den nächsten Tagen die Barriere bei 13.300 Zählern nach oben zu durchbrechen. Sollte dies gelingen, dann könnte dies der Startschuss für den Angriff auf das Allzeithoch bei 13.795 Punkten sein.

Dagegen lauert auf der Unterseite nach wie vor die von Mitte Juni stammende Aufwärtstrendgerade, die derzeit bei ungefähr 13.020 Punkten verläuft und mit 20 Zählern pro Tag ansteigt. Bei einem Durchbruch auf der Unterseite könnte dies in den nächsten Wochen zu einem Test der 200-Tage-Linie bei 12.196 Punkten führen. Vonseiten der Markttechnik stehen die Ampeln aktuell jedoch unverändert auf Grün. Denn sowohl auf Tages- als auch auf Intraday-Basis notieren zurzeit alle Indikatoren im bullischen Territorium.


Amerikanischer Aktienmarkt weiterhin unter Druck

Nachdem die Kurse der führenden amerikanischen Börsenbarometer bereits am Mittwoch in der zweiten Sitzungshälfte nachgegeben hatten, setzte sich der Kursverfall gestern mit erhöhter Dynamik fort. Von Beginn an lagen Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq 100 im Minus. Zum Handelsende standen Kursverluste zwischen 0,5 Prozent und 1,5 Prozent auf den Anzeigetafeln, wobei erneut das Technologiebarometer die rote Laterne hielt. Der Nasdaq 100 schloss mit 11.081 Punkten am unteren Ende der jüngsten Handelsspanne zwischen 11.000 und 11.500 Zählern, wobei im Tagesverlauf sogar ein Tief bei 10.937 Punkten erreicht wurde.

Auch das Blue-Chip-Barometer startete mit einem Abwärts-Gap von 40 Punkten in den Handel und fiel bis auf ein Tagestief von 3329 Zählern. Bis zum Sitzungsende konnte sich das Barometer jedoch auf einen Schlusskurs von 3357 Punkten hocharbeiten. Damit prallte der Index in diesem Monat bereits zum dritten Mal von der 3330-Punkte-Unterstützung nach oben ab. Seit Anfang September hat sich hierdurch eine Trading-Range zwischen 3330 und 3430 Punkten herausgebildet. Sollte diese Schiebezone nach unten durchbrochen werden, dann könnte in Kürze ein Test der 200-Tage-Linie bei 3102 Punkten erfolgen. Dagegen würde mit einem Break über 3430 Zählern vermutlich das Ende der jüngsten Korrektur besiegelt werden. In diesem bullischen Szenario könnte der Markt danach auf eine neue historische Bestmarke zusteuern.

Allerdings signalisieren die Indikatoren im Zweistunden-Chart zurzeit weiteren Korrekturbedarf. Denn der Timing-Indikator und der Random-Walk-Index befinden sich in diesem Zeitfenster noch im Short-Modus.


Kampf um die 200-Tage-Linie

In einem insgesamt schwächeren allgemeinen Marktumfeld gehörte die Aktie von Fresenius Medical Care (FME) mit einem Kursanstieg von 0,6 Prozent gestern zu den stärkeren Dax-Titeln. Mit dem Schlusskurs von 72,68 Euro baute das Wertpapier den Abstand zur 200-Tage-Linie auf drei Prozent aus. Damit haben die Bullen vorerst die Schlacht um diese wichtige Trennlinie zwischen langfristigem Abwärts- und Aufwärtstrendmodus vorerst gewonnen. Dabei notiert der Kurs bereits seit Mitte April ununterbrochen oberhalb seiner langfristigen Durchschnittslinie. Diese wurde am 20. April im Bereich von 65 Euro überkreuzt, nachdem der Kurs im Zuge der Corona-Krise einen Monat vorher bei 54 Euro noch den tiefsten Stand seit Ende 2014 markiert hatte.

Aus charttechnischer Sicht eröffnet sich bei FME jetzt weiteres Aufwärtspotenzial bis in den Bereich des Julihochs bei 80 Euro. Darüber wäre der Weg sogar bis zum Allzeithoch, das am 01. Februar 2018 bei knapp 94 Euro erreicht wurde, frei. Sollte der Kurs jedoch im Zuge einer Korrektur unter den GD(200), der aktuell bei 70,57 Euro verläuft, fallen, dann läge die nächste bedeutende Unterstützung erst wieder im Bereich von 65 Euro.

Die markttechnische Lage ist zurzeit moderat bullisch. Während sich der Timing-Indikator noch im Short-Modus befindet, notieren sowohl der Random-Walk-Index als auch der Z-Score hauchdünn in der Kaufzone. Damit besitzt ein weiterer Kursanstieg aus diesem Blickwinkel derzeit eine etwas höhere Wahrscheinlichkeit.


Die ersten Tagesprognosen zum DAX, MDAX und TecDAX noch vor Börseneröffnung?
Alles, was Sie tun müssen, ist, sich zu registrieren, und schon erhalten Sie unser TRADERS´ Briefing jeden Morgen, noch vor 09:00 Uhr.

TRADERS´ media GmbH
Alfred-Nobel-Str. 7
97080 Würzburg
Tel: +49 - 931 - 452 26-0

Rechtliches

Follow Us