TRADERS´ Briefing 507 - 17.09.2020

Gefangen in der Schiebezone

Beim Dax gibt es derzeit kein nachhaltiges Vorwärtskommen. Gestern legte der Index zwar um 0,3 Prozent bis auf einen Schlusskurs von 13.255 Punkten zu. Allerdings scheiterte der deutsche Leitindex mit einem Tageshoch von 13.277 Punkten erneut bei dem Versuch, nach oben auszubrechen. Zugleich scheint derzeit auch das Abwärtspotenzial relativ gering zu sein. Denn mit einem Tagestief von 13.181 Zählern bewegte sich der Index innerhalb der seit fünf Tagen gültigen Trading-Range. Diese erstreckt sich zwischen 13.150 und 13.300 Zählern. Mit dem Schlusskurs von 13.255 Punkten besteht dabei weiterhin die Möglichkeit, den bedeutenden Widerstand bei 13.300 Punkten zu durchbrechen. Darüber müsste das Barometer noch das jüngste Hoch bei 13.460 Zählern überwinden, bevor der Weg zum Allzeithoch bei 13.795 Punkten frei wäre.

Aus charttechnischer Sicht dürfte eine Entscheidung über die Richtung des nächsten Trendimpulses in den nächsten Tagen fallen. Denn der Kurs läuft derzeit in die Spitze eines Dreiecks hinein, das durch die seit Juni bestehende Aufwärtstrendgerade und die seit Ende Februar gültige Abwärtstrendgerade aufgespannt wird. Dabei verläuft die untere Begrenzung aktuell bei 12.950 Punkten und steigt mit 100 Punkten pro Woche an.

Vonseiten der Markttechnik überwiegt derzeit die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch auf der Oberseite. Denn die Indikatoren befinden sich in allen Zeitebenen vollumfassend im Long-Modus.


US-Technologieaktien erneut unter Druck

Nachdem der Technologiesektor vorgestern die Erholung am amerikanischen Aktienmarkt anführte, gaben die US-Technologieaktien diese Gewinne gestern wieder ab. Dagegen konnten sich die zyklischen Branchen relativ gut behaupten. So legte der Dow Jones um 0,1 Prozent zu, wobei hier insbesondere der Ölmulti Chevron sowie Boeing zu den größten Gewinnern zählten. Dagegen gab der breiter gefasste S&P 500 um 0,5 Prozent nach, während der Nasdaq 100 per saldo 1,7 Prozent an Wert verlor. Alle drei Leitindizes prallten damit an den Hochpunkten der zurückliegenden sieben Handelstage nach unten ab. Das bedeutet, dass die zum Monatsbeginn eingeleitete Korrektur noch nicht beendet ist.

So schloss der S&P 500 bei 3385 Punkten erneut unterhalb der 3400er-Marke. Das Barometer befindet sich damit in der Mitte der Trading-Range, die sich seit der vergangenen Woche zwischen 3330 und 3430 Zählern herausgeschält hat. Mit einem Break über die obere Begrenzung würde dem Index ein Befreiungsschlag gelingen und den Weg zum Allzeithoch freischaufeln. Dagegen ist auf der Unterseite der Bereich um 3330 Punkten trendentscheidend. Bei einem Fall unter diese Unterstützung müsste zunächst mit einem raschen Kursverfall bis zur nächsten Auffanglinie bei 3250 Zählern gerechnet werden. darunter wäre sogar ein Test der 200-Tage-Linie bei aktuell 3101 Punkten möglich.

Aus markttechnischer Sicht haben die Indikatoren im Zweistunden-Chart erneut leicht nach unten gedreht. Dabei notiert der Timing-Indikator unverändert im Short-Modus, während sich der Random-Walk-Index und der Z-Score noch im unteren Bereich der Kaufzone aufhalten. Das Patt bei den Indikatoren deutet damit kurzfristig auf eine Fortsetzung innerhalb der beschriebenen Trading-Range hin.


Aktie unmittelbar vor bedeutendem Widerstand

Nach einer mehrmonatigen Rallye, in deren Verlauf sich der Kurs von Siemens vom Corona-Tief bei etwa 60 Euro bis Mitte August auf 120 Euro verdoppelte, befindet sich die Aktie seit mehreren Wochen in einer Konsolidierungsphase. Dabei hat sich seit Anfang August eine Schiebezone zwischen 115 Euro und 120 Euro herauskristallisiert. Gestern schob sich Siemens mit einem Kursanstieg von 1,5 Prozent und einem Schlusskurs von 118,68 Euro erneut bis unmittelbar an den oberen Rand dieser Trading-Range. Die hohe Bedeutung der 120er-Marke ergibt sich zudem aus der Tatsache, dass die Aktie an diesem Kursniveau bereits im Sommer 2018 zweimal nach unten abprallte und zuletzt im Dezember 2019 und Januar dieses Jahres an diesem hartnäckigen Widerstand scheiterte.

Sollte dieses Mal der Ausbruch gelingen, dann wäre der Weg für Siemens bis zum Allzeithoch, das im Mai 2017 bei 133,50 Euro markiert wurde, frei. Vom aktuellen Kursnievau entspräche dies einem weiteren Aufwärtspotenzial von 12,5 Prozent. Aufgrund der hohen Gewichtung würde Siemens hierdurch den Dax um ungefähr 120 Punkte nach oben ziehen. Sollte die Aktie dagegen erneut nach unten abprallen, dann würde der Kurs bei 115 Euro auf die nächste Unterstützung treffen, darunter läge die nächste bedeutende charttechnische Auffanglinie im Bereich von 108 Euro.

Aus der Perspektive der Markttechnik stehen die Ampeln aktuell auf Grün. Denn die Indikatoren auf Tagesbasis befinden sich bereits seit Mitte Mai in der Kaufzone, wobei bislang noch keine Anzeichen einer Überhitzung erkennbar sind. Damit überwiegt zurzeit die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch auf der Oberseite.


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