TRADERS´ Briefing 505 - 15.09.2020

Dax scheitert erneut am 13.300-Punkte-Widerstand

Der Dax startete gestern zunächst sehr furios mit einem Aufwärts-Gap von mehr als 100 Punkten in die neue Handelswoche. Dabei lag der Eröffnungskurs mit 13.329 Zählern oberhalb der 13.300er-Barriere. Wenige Minuten später erreichte der deutsche Leitindex bei 13.339 Punkten das Tageshoch. Danach ging es bereits wieder steil bergab. Bis Mittag fiel das Barometer unter 13.200 Punkte und pendelte sich auf diesem Kursniveau bis zum Sitzungsende aus. Der Schlusskurs wurde mit 13.194 Punkten festgestellt. Damit prallte der Dax zum dritten Mal seit Mitte Juli von der wichtigen charttechnischen 13.300er-Marke nach unten ab. Sollte sich die Geschichte der beiden vorausgegangenen Ausbruchsversuche auf der Oberseite wiederholen, dann könnte der Index in den nächsten Tagen erneut unter 13.000 Punkte fallen. Damit würde aber gleichzeitig die seit Mitte Juni gültige Aufwärtstrendgerade, die aktuell bei 13.070 Punkten verläuft, gebrochen. Hierdurch könnte sich weiteres Abwärtspotenzial bis etwa 12.800 Punkte eröffnen. Darunter hätte der Dax sogar Luft bis zur 200-Tage-Linie bei 12.197 Zählern.

Vonseiten der Markttechnik befinden sich die Indikatoren im Tages- und im Zweistunden-Chart jeweils im mittleren Bereich der Kaufzone und bieten damit noch ausreichend Kurspotenzial auf der Oberseite. Daher könnte ein Ausbruch über den hartnäckigen Widerstand bei 13.300 Punkten in Kürze doch noch von Erfolg gekrönt werden.


US-Aktienmarkt nimmt erneut Fahrt nach oben auf

Am amerikanischen Aktienmarkt übernahmen zum Wochenstart gestern erneut die Bullen das Ruder. Die drei führenden Leitindizes Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq 100 legten zwischen 1,2 Prozent und 1,7 Prozent zu, wobei der Technologiesektor die Führungsrolle innehatte. Alle drei Indizes starteten mit Aufwärts-Gaps und durchbrachen damit die kurzfristigen und sehr steilen Abwärtstrendgeraden. Dennoch lag der Schlusskurs des Nasdaq 100 mit 11.273 Punkten um 1180 Punkte oder umgerechnet 10,5 Prozent unterhalb des bisherigen Schlussrekords vom 02. September bei 12.417 Zählern. Damit befindet sich das Barometer unverändert im Korrekturmodus.

Der Blue-Chip-Index S&P 500 schloss mit 3384 Punkten innerhalb der Trading-Range, die sich in den vergangenen fünf Handelstagen zwischen 3330 und 3420 Zählern ausgebildet hat. Für eine Entspannung müsste das Barometer die 3420-Punkte-Barriere nachhaltig überwinden. Allerdings würde der Index darüber zwischen 3480 und 3540 Punkten auf einen weiteren massiven charttechnischen Widerstand stoßen. Auf der Unterseite wirkt dagegen die gestrige Notierungslücke zwischen 3340 und 3365 Punkten als solide Unterstützung. Sollte diese jedoch unterschritten werden, dann könnte der S&P 500 die Auffanglinie im Bereich von 3330 Zählern durchbrechen. Darunter würde sich weiteres Abwärtspotenzial bis zur 200-Tage-Linie bei 3099 Punkten eröffnen.

Aus markttechnischer Sicht liegt aktuell ein uneinheitliches Bild vor. Im Zweistunden-Chart befindet sich der Timing-Indikator im Short-Modus, der Random-Walk Indikator ist nahezu neutral und der Z-Score ist modert bullisch. Damit besteht kurzfristig eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Fortsetzung der seit fünf Tagen anhaltenden Seitwärtsphase.


Neues Allzeithoch greifbar

Das Darmstädter Pharmaunternehmen Merck gehörte gestern mit einem Plus von 0,9 Prozent zu den stärkeren Dax-Titeln. Zugleich setzte die Aktie den Kursanstieg der vergangenen Tage fort und bestätigte damit auf allen Zeitebenen den bestehenden Aufwärtstrend. Dieser begann Mitte März am Tiefpunkt der Corona-Krise im Bereich von etwa 80 Euro. Von dort marschierte das Wertpapier schnurstracks nach oben und eroberte im April zuerst die runde 100er-Marke und danach die 200-Tage-Linie bei etwa 104 Euro zurück. Es folgte eine Seitwärtsphase, die Ende Juni durch einen weiteren Aufwärtsschub abgelöst wurde. Seit Anfang August hat sich die Aufwärtsdynamik dabei nochmals erhöht. Seitdem stieg Merck von 108 Euro bis auf den gestrigen Schlusskurs bei 123,15 Euro um 14 Prozent an. Damit befindet sich der Kurs jetzt nur noch zwei Prozent vom Allzeithoch entfernt. Dieses wurde am 19. Februar bei 125,60 Euro markiert.

Einziger Wermutstropfen sind derzeit die hohen Werte des Z-Score sowohl auf Tages- als auch auf Intraday-Basis. In beiden Zeitebenen zeigt dieser Indikator eine Abweichung vom Mittelwert in Höhe von mehr als zwei Standardabweichungen an, womit eine überhitzte Situation vorliegt. Dagegen deuten alle anderen Indikatoren derzeit noch auf weiteres Aufwärtspotenzial hin. Die Rallye könnte sich daher in den nächsten Tagen fortsetzen und die Aktie auf ein neues Allzeithoch hieven.


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