TRADERS´ Briefing 504 - 14.09.2020

Dax hält sich über der 13.000er-Marke

In einem richtungslosen Handel konnte der Dax am vergangenen Freitag das Kursniveau des Vortages knapp verteidigen und schloss bei 13.203 Punkten nur sechs Punkte niedriger. Damit widersetzte sich der deutsche Leitindex im Wochenverlauf den Turbulenzen an der Wall Street. Denn während der Dax auf Wochensicht um 2,8 Prozent zulegte, schlossen die amerikanischen Börsenbarometer zum Teil deutlich im Minus. Dennoch hat der Dax den Kampf um die 13.000er-Marke noch nicht gewonnen. Seit Mitte Juli kreuzte das Barometer diese hart umkämpfte Barriere bereits elf Mal.

Dabei läuft der Kurs zurzeit immer weiter in die Spitze eines charttechnischen Dreiecks hinein, das sich aus der seit Ende Februar bestehenden relativ flachen Abwärtstrendgeraden und der seit Mitte Juni gültigen Aufwärtstrendgeraden konstruieren lässt. Beide Linien werden sich Anfang Oktober kreuzen. Erfahrungsgemäß erfolgt jedoch ein Ausbruch aus dieser Formation bereits ein bis zwei Wochen vorher. Das würde bedeuten, dass innerhalb der nächsten beiden Wochen mit einem kräftigen Trendimpuls nach oben oder nach unten zu rechnen ist. Auf der Oberseite wäre nach einer Überwindung der Widerstandszone zwischen 13.300 bis 13.460 Punkten der Weg bis zum Allzeithoch bei 13.795 Punkten frei. Dagegen müsste bei einem Fall unter die untere Begrenzungslinie bei aktuell ungefähr 12.850 Zählern mit einem Test der 200-Tage-Linie im Bereich von 12.200 Punkten gerechnet werden.

Vonseiten der Markttechnik überwiegen zurzeit jedoch die bullischen Signale. Denn die Indikatoren befinden sich aktuell in allen Zeitebenen in der Kaufzone. Daher bestehen gute Chancen, dass der Dax in Kürze die 13.000er-Marke für längere Zeit hinter sich lassen könnte.


Turbulenzen an US-Börsen halten an

Ein zaghafter Erholungsversuch des amerikanischen Aktienmarktes ist am vergangenen Freitag sang- und klanglos gescheitert. Während sich die beiden Blue-Chip-Barometer zum Sitzungsende noch knapp ins Plus retten konnten, gab der Nasdaq um weitere 0,6 Prozent nach. Damit summieren sich die Wochenverluste beim Dow Jones auf 1,7 Prozent, beim S&P 500 auf 2,5 Prozent und beim Nasdaq 100 auf 4,5 Prozent. Das Technologiebarometer erzielte damit die schlechteste Wochenperformance seit Ende März, womit gleichzeitig der seit diesem Zeitpunkt gültige Aufwärtstrend nachhaltig gebrochen wurde.

Auch beim S&P 500 hat sich das charttechnische Bild erheblich eingetrübt. Der Ausbruch über das ehemalige Allzeithoch bei 3394 Punkten entpuppte sich als Fehlsignal. Gleichzeitig wurde der seit Anfang April nahezu mustergültige Aufwärtstrendkanal im Bereich von 3370 Punkten nach unten durchstoßen. Seit Monatsbeginn hat sich zudem ein sehr steiler Abwärtstrend herausgebildet, dessen obere Begrenzung derzeit bei 3385 Zählern verläuft. Sollte sich der Index weiterhin an diesem Trendkanal orientieren, dann könnte bis zum Ende der Woche die nächste Unterstützung bei ungefähr 3230 Punkten erreicht werden. Darunter läge die nächste bedeutende Auffangzone im Bereich der 200-Tage-Linie, die aktuell bei 3098 Punkten verläuft.

Aus der Perspektive der Markttechnik eröffnet sich kurzfristig weiteres Korrekturpotenzial. Denn im Zweistunden-Chart haben sowohl der Timing-Indikator als auch der Random-Walk-Index Verkaufssignale generiert, während sich der Z-Score zurzeit nur knapp über der Nulllinie aufhält. Damit könnte sich der Kursrückgang in dieser Woche weiter fortsetzen.


BMW gibt Gas

Die Aktie des bayrischen Autobauers BMW legte am Freitag um 0,9 Prozent zu und baute damit den Wochengewinn auf 4,8 Prozent aus. Damit hat der Titel den Dax, der im gleichen Zeitraum lediglich 2,8 Prozent aufsattelte, klar hinter sich gelassen. Zugleich bestätigte die Aktie den Ausbruch über den Widerstand bei 62 Euro. Dieser ergibt sich durch zwei markante Zwischenhochs aus dem Juni und aus dem Juli. Daneben befindet sich zwischen 63,00 Euro und 64,50 Euro eine Notierungslücke, die durch das Abwärts-Gap am 24. Februar entstanden ist. Hier befindet sich der Kurs von BMW am oberen Ende dieser charttechnisch bedeutenden Widerstandszone. Sollte diese ebenfalls nachhaltig nach oben durchstoßen werden, dann würde sich unmittelbar weiteres Aufwärtspotenzial bis 77 Euro eröffnen. Dort bildete die Aktie zwischen 2017 und Januar dieses Jahres mehrere Hoch- und Tiefpunkte aus. Zurzeit verläuft auf diesem Kursniveau ebenfalls die langfristige Abwärtstrendgerade, die ihren Ursprung im Allzeithoch hat. Dieses wurde im März 2015 bei knapp 124 Euro markiert.

Aus markttechnischer Sicht steht einem weiteren Kursanstieg derzeit nichts im Weg. Sowohl auf Tages- als auch auf Intraday-Basis befinden sich alle Indikatoren in der Kaufzone. Dabei hat bislang lediglich der Z-Score überkauftes Territorium erreicht. Solange BMW das Ausbruchsniveau bei 62 Euro in einer kurzfristig möglichen Konsolidierung erfolgreich verteidigen kann, bleiben die Trendpfeile in allen Zeitebenen aufwärts gerichtet.

 


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