TRADERS´ Briefing 511 - 23.09.2020

Index-Check: DAX
Erholung des Dax steht auf wackeligen Beinen

Der Dax eröffnete gestern sehr vielversprechend mit einem Aufwärts-Gap von fast 90 Punkten bei 12.630 Zählern. Allerdings geriet die Aufwärtsbewegung unmittelbar vor der 12.700er-Marke ins Stocken, und der deutsche Leitindex fiel zum Sitzungsende bis auf einen Schlusskurs von 12.594 Punkten zurück. Das bedeutete zwar einen Kursgewinn von 0,4 Prozent, von einer dynamischen Erholung kann jedoch keine Rede sein. Damit befindet sich der Dax weiterhin im Korrekturmodus. Auf der Unterseite eröffnet sich dabei weiteres Abwärtspotenzial bis zur 200-Tage-Linie, die aktuell bei 12.192 Zählern verläuft. Aus charttechnischer Sicht befindet sich der Index seit Anfang Juni in einem Seitwärtstrendkanal, der sich zwischen 12.200 und 13.300 Punkten erstreckt. Sollte die untere Begrenzung nachhaltig nach unten durchstoßen werden, dann könnte sogar die komplette Erholung seit Ende März auf den Prüfstand gestellt werden.
Allerdings befinden sich die Indikatoren auf Tagesbasis noch alle in der Kaufzone, sodass dieses extrem bärische Szenario aktuell nur eine geringe Restwahrscheinlichkeit besitzt. Dagegen besteht kurzfristig durchaus noch weiterer moderater Korrekturbedarf, da die Indikatoren im Zweistunden-Chart zurzeit alle im Verkaufsmodus notieren.


Index-Check: S&P 500
US-Technologiesektor führt Erholung an

An den amerikanischen Börsen war gestern unter Führung der Technologieaktien eine Erholung auf breiter Front zu beobachten. Dabei legten die drei führenden Börsenbarometer Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq 100 zwischen 0,5 Prozent und 1,9 Prozent zu. Damit hat sich das Technologiebarometer vom jüngsten Tief bei 10.678 Punkten zwar bereits wieder um mehr als 500 Punkte erholt. Dennoch notiert der Nasdaq 100 mit 11.186 Zählern nach wie vor mehr als 1200 Punkte oder umgerechnet zehn Prozent unter dem Allzeithoch, das am 02. September bei 12.439 Zählern markiert wurde.
Auch der S&P 500 hat mit dem gestrigen Schlusskurs von 3315 Punkten bislang erst etwa ein Viertel der jüngsten Abwärtsbewegung wieder aufgeholt. Aus charttechnischer Sicht ist der Abwärtstrend nach wie vor intakt. Allerdings verläuft die Abwärtstrendgerade aktuell bei ungefähr 3355 Zählern und ist damit nur noch etwas mehr als ein Prozent vom aktuellen Kursniveau entfernt. Sollte diese Barriere nach oben durchstoßen werden, dann könnte das Ende der Korrektur besiegelt werden. Denn gleichzeitig würde der Index damit den GD(200) auf Zweistunden-Basis überkreuzen.
Vonseiten der Markttechnik kommen erste Entspannungssignale. So hat der Z-Score auf Intraday-Basis gestern bereits wieder ein Kaufsignal generiert. Dagegen notieren sowohl der Timing-Indikator als auch der Random-Walk-Index weiterhin im Short-Modus. Insgesamt deutet die Gesamtkonstellation damit auf ein baldiges Ende der Korrektur und eine Wiederaufnahme des ursprünglichen Aufwärtspfades hin.


Im Fokus: Vonovia
Immobilienaktie befindet sich an einem kritischen charttechnischen Punkt
Am vergangenen Montag wurde der Dax-Titel Vonovia zusätzlich in den Euro Stoxx 50 aufgenommen, der die 50 größten europäischen Aktien des Euro-Raumes beinhaltet. Einen Bonus erhielt Vonovia hierfür freilich nicht. Denn zum Wochenbeginn fiel das Wertpapier in einem insgesamt schwachen Umfeld um vier Prozent zurück. Die gestrige Erholung fiel mit einem Kursgewinn von gerade einmal 0,1 Prozent sehr mager aus.
Der gestrige Schlusskurs von 58,38 Euro liegt zudem nur noch sehr knapp oberhalb der charttechnisch bedeutenden Unterstützung bei 57,50 Euro. Dieses Kursniveau wurde seit dem Aufwärts-Gap vom 04. August, das eine Notierungslücke zwischen 56,00 und 57,50 Euro hinterließ, nicht mehr unterschritten. Sollte der Kurs diese Barriere nach unten durchbrechen, dann könnte das einen weiteren Kursrückgang bis in den Bereich von 52 Euro auslösen. Knapp darunter verläuft bei 51,50 Euro die 200-Tage-Linie. Auf der Oberseite würde Vonovia dagegen oberhalb der 61er-Marke auf einen massiven Widerstand stoßen. Denn darüber befindet sich die obere Insel-Umkehr, die sich am 02. und 03. September ausgebildet hat. Dabei markierte die Aktie bei 62,74 Euro ein neues historisches Verlaufshoch.
Aus dem Blickwinkel der Markttechnik befinden sich zurzeit alle Indikatoren auf Tagesbasis im Long-Modus, während die Indikatoren im Intraday-Zeitfenster mit dem Rücksetzer vom Montag Verkaufssignale generierten. Kurzfristig überwiegt deshalb die Wahrscheinlichkeit für weiter nachgebende Kurse.

 


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