Wissenschaftler geben den Ratingagenturen jetzt die Schuld für die Panik an den Finanzmärkten.
Die Forscher Björn Griesbach und Manfred Gärtner sind sogar davon überzeugt, dass die Herabstufung vieler europäischer Länder willkürlich war! Was für einen Zweck verfolgen die Ratingagenturen mit Ihrer Arbeit?
Studien belegen Willkür der Ratingagenturen
Wissenschaftler haben zumindest die Verantwortlichen für die Panik auf den Finanzmärkten ausgemacht: die Ratingagenturen. Zwei Ökonomen der Universität St. Gallen sind davon überzeugt. Standard & Poor's, Moody's und Fitch seien weit mehr als nur die Überbringer schlechter Nachrichten. Sie hätten mit überzogenen Urteilen das Vertrauen der Investoren zerstört und eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale losgetreten. „Die Herabstufungen vieler europäischer Länder zwischen 2008 und 2011 waren willkürlich“, sind die Forscher Manfred Gärtner und Björn Griesbach überzeugt.
Für die Wirtschaftspolitik leiten die Wissenschaftler eine klare Handlungsanweisung ab: Die Regierungen sollten die Arbeit von Ratingagenturen und mögliche Interessenskonflikte genauer unter die Lupe nehmen. „Das ist lange überfällig“, heißt es in der Studie.
Eine Reihe von Ökonomen stellt die Arbeit der Ratingagenturen inzwischen massiv in Frage. So kommen Jens Hilscher (Brandeis University) und Mungo Wilson (University of Oxford) zu dem Schluss, dass Ratings über die tatsächlichen Kreditausfallrisiken kaum etwas aussagen. Wer öffentlich zugängliche Daten auswerte, bekomme ein deutlich besseres Bild.
Quelle:
http://www.handelsblatt.com/politik....ratingagenturen/6937772.html