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25. Jun
2012
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Langfristig gibt es kaum einen besseren KaufzeitpunktGeschrieben von: jochensteffens Getagged in: Märkte aktuell
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Das charttechnisch wenig bullische Bild erhielt heute auf der fundamentalen Seite erneut mehr Gewicht. Die schwachen Konjunkturdaten in den letzten Tagen (und Wochen) wurden heute durch den Geschäftsklimaindex vom Münchner Ifo-Institut ergänzt.
Ifo-Index fällt auf niedrigsten Wert seit März 2010
Der Index gab von 106,9 Zählern im Mai auf 105,3 Punkte im Juni weiter ab. Damit sank das an den Märkten stark beachtete Konjunkturbarometer den zweiten Monat in Folge und erreichte zugleich den niedrigsten Wert seit März 2010.
Lage besser als Erwartung
Ein wenig überraschend dürfte sein, dass die aktuelle Geschäftslage sogar noch einmal besser beurteilt wird. Der Teilindex stieg von 113,2 Zählern auf 113,9 Punkte. Die rund 7000 Befragten schätzen allerdings die Aussichten für die kommenden sechs Monate schlechter ein als zuletzt. Dieser Teilindex fiel auf 97,3 Zähler von 100,8 Punkten.
Der Kern des Problems
Und damit sind wir beim Kern des Problems. Natürlich wird die aktuelle Lage besser eingeschätzt als die zukünftige Entwicklung. Denn die deutsche Wirtschaft konnte sich lange Zeit von der Entwicklung im restlichen Europa hervorragend abkoppeln. Doch jedem musste klar sein, dass sich eine Exportnation nicht dauerhaft entziehen kann. Und dass die zukünftige Entwicklung nun skeptischer betrachtet wird, ist nur eine Reaktion darauf.
Harte Fakten zeigen längst deutliche Anzeichen von Schwäche
Das endgültige Resultat sieht man eigentlich schon länger auch an anderen Daten, die entgegen den Stimmungsindikatoren, wie es der ifo-Index ist, harte Fakten liefern. Ob es nun die Auftragseingänge in der Industrie sind, die nach vorläufigen Angaben im April im Vergleich zum Vormonat um 1,9 % zurückgegangen sind oder ob es die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe ist, die sich im April gegenüber dem Vormonat um 2,2 % abschwächte. Das heißt, die deutsche Wirtschaft hat schon längst an Fahrt verloren.
Europa ohne Deutschland inmitten einer Rezession
Wundert Sie das, wenn sich um uns herum die Wirtschaft inmitten einer rezessiven Phase befindet?! Ohne die Stärke der deutschen Wirtschaft wäre Europa im letzten Quartal bereits in einer "echten" Rezession (also zwei Quartale mit schrumpfender Wirtschaft in Folge) gelandet. Nur durch das Wachstum in Deutschland blieb es bei einem Null-Wachstum in Europa im ersten Quartal 2012.
Das zeigen auch diese Daten eindrucksvoll: Im Euroraum ist nach jüngsten Daten die Produktion im Baugewerbe im April um 2,7% zum Vormonat gefallen. Im selben Zeitraum ging die Industrieproduktion um 0,8% zurück und das Absatzvolumen im Einzelhandel ist um 1,0% gesunken. Und diese Entwicklung sah man nicht nur im April, sondern bereits seit Monaten. Auch die Industrieproduktion befindet sich seit Herbst 2011 im Rückwärtsgang.
Daten aus den USA sorgen für weitere Ernüchterung
Brauchen Sie noch einige Daten aus den USA, um sich kurz vor dem Wochenende die Stimmung endgültig zu vermiesen? Gerne: Der Philly Fed Index notiert im Juni bei nur noch -16,6. Die Zahl der Hausverkäufe ist im Mai um 1,5% auf 4,55 Mio. gefallen. Der FHFA Housing Price Index ist im April um 0,8 % zum Vormonat gefallen. Die Zahl der Wohnbaubeginne liegt in den USA im Mai bei 708.000 und ist damit um 4,8 % zurückgegangen. Diese Daten (und weitere) kamen allein in dieser Woche rein.
Negative Daten überwiegen
Wir wollen nicht verheimlichen, dass es auch durchaus Positives zu berichten gäbe, doch die negativen Daten überwiegen einfach. Und so dürfte es kaum verwunderlich sein, dass dem DAX auf dem Weg nach oben immer wieder die Luft ausgeht und es gerade an auch nur leichten Widerständen zu heftigen Rücksetzern kommt. “Auf dem Weg nach oben“ klingt dabei fast schon zu positiv, denn dieser "Weg nach oben" findet ja bislang lediglich als Gegenbewegung in einem übergeordneten Abwärtstrend statt.
Langfristig gibt es kaum einen besseren Kaufzeitpunkt
Doch um Ihnen das Wochenende noch zu retten, können wir Ihnen Folgendes mit auf den Weg geben: Lassen Sie sich nicht allzu sehr verunsichern. Viele Unternehmen glänzen (noch) mit Gewinnwachstum und weisen daher eine sehr günstige Bewertung auf. Und es gab nie bessere Zeitpunkte zu einem Investment in Aktien, als inmitten einer Rezession bei gleichzeitig günstigen Bewertungen zu kaufen.
Als treue Leser kennen Sie unsere langfristigen Erwartungen für die Märkte. Wir sehen in den nächsten Jahren ein enormes Kurspotential. Zuletzt hatten wir auch auf die Überbewertung am Rentenmarkt hingewiesen. Wenn hier eine Umschichtung von Renten in Aktien beginnt und dieser Zug ins Rollen gerät, werden Sie froh sein, zu heutigen Kursen eingekauft zu haben.
Und mit dieser nun entflammten Hoffnung dürfen Sie sich auf den heutigen Sieg der Deutschen Elf gegen Griechenland freuen. Und sollten Jogi´s Löwen doch verlieren, ist es wie an der Börse: Sicherheit gibt es nie, es kann immer alles passieren, auch das Gegenteil.
Ihr
Stockstreet-Team



