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Dollar steht vor Rally: S&P 500-Anstieg und Nachlassen der Diskussion um quantitative Lockerung

 

 

Fundamentaler Ausblick für den US-Dollar: Optimistisch

 

 

Der Dollar holte gegenüber allen seinen liquiden Gegenwerten in der vergangenen Woche auf. Das ist bemerkenswert, wenn man bedenkt, welchen fundamentalen Gegenwind die Währung auszuhalten hatte. Erstens schien der Euro eine große Hürde genommen zu haben, um seine finanzielle Gesundheit zurückzuerlangen – das theoretisch verminderte Bedürfnis nach einem primären Gegenpart. Darüber hinaus waren die Arbeitsmarktzahlen (ex Landwirtschaft) im Februar besser als erwartet und könnten dazu beitragen, den besten Sechs-Monats-Jobanstieg seit 2006 noch auszuweiten. Diejenigen, die die Performance des Dollars über einen beliebigen Zeitraum verfolgt haben, wissen, dass eine positive Lesart der wirtschaftlichen Leistung in Wirklichkeit eine Last für die Safe-Haven-Währung ist. Während der Euro und die Benchmarks für Risikotrends (ich bevorzuge den S&P 500) normalerweise höher ansteigen, übertrifft der Dollar sie immer noch ganz klar. Und wenn negative Nachrichten heruntergespielt werden, während die positiven überhöht werden, haben wir die Basis für einen optimistischen Markt. Jetzt brauchen wir nur noch die „positive Nachricht“, um eine echte Rally zu befeuern. Obwohl es kontraintuitiv erscheinen mag, war die dichte Runde an Ereignisrisiko, die die Märkte in der letzten Woche dominierte, mehr ein Dämpfer für die Kursentwicklung als ein Katalyst. Das Zusteuern auf eine Freigabe oder Event, die die fundamentale Landschaft dramatisch verändern und Volatilität befeuern können, ist ein klarer Dämpfer für die Trendentwicklung. Hinzu kommt, dass nachdem wir die langerwarteten Schlagzeilen ausgewertet hatten, sich herausstellte, dass die Ergebnisse im allgemeinen mit den Erwartungen übereinstimmten und der Markt daher gut aufgestellt war. Dadurch, dass diese disruptiven (und letztendlich ineffizienten) Episoden hinter uns liegen, werden die Kursbewegungen produktiv. Nun können die Märkte aktiv über einen langfristigen Ausblick für Risikotrends nachdenken. Ich hatte zeitweise meine Bedenken bzgl. der jüngsten Aktienkuranstiege, der Kapitalmärkte und allgemeiner Investitionsstimmung, aber die Meinung der Mehrheit der Marktteilnehmer basiert nicht immer auf Vernunft. Wenn die Hoffnung auf höhere Erträge und Wachstum fehlt, dann können Anreizprogramme eine Sucht nach Kapitalzuwächsen befriedigen. Jedoch ist es diese Abhängigkeit, in der wir letztlich den Zusammenbruch des aktuellen Bullenmarktes erkennen könnten. Unter der Annahme, dass der Anstieg bei wachstumsgebundenen Vermögensklassen auf mehrjährige Höchststände vor allem durch die kollektive Unterstützung der Notenbanken und Regierungen aus aller Welt befeuert wurde, dürfte der Grenznutzen verschwindend gering sein. Wir brauchen mehr Anreize, um den entscheidenden nächsten Schritt zu machen und uns symbolisch auf neue Höchststände zu heben (den S&P 500 über 1.400 Punkte, den Dow Jones Index über die 13.000 Punkte-Marke sowie zu neuen Rekordhöhen bei den Wechselkursen für AUD/USD, usw.). Im Umfeld eines Rückgangs des moralischen Risikos, haben die Spekulanten begonnen, Monate vorauszuschauen, um die mögliche Einführung eines weiteren Anreizprogramms der US-Notenbank einzupreisen. Warum die US-Notenbank? Da die Programme am umfangreichsten sind, trifft die Fed damit ins Herz des globalen Spekulationsmarktes; die mit diesen Programmen verbundenen niedrigen Zinsen nähren eine attraktive Quelle für Finanzierungen über Zinsunterschiede. Doch ist die Diskussion um die dritte quantitative Lockerung vernünftig oder übertrieben? Zweifel daran, dass es diese Überlegung überhaupt gibt, sollten durch die negative Reaktion auf die Tatsache, dass US-Notenbankchef Ben Bernanke in seiner jüngsten Stellungnahme dieses Thema ausgespart hat, ausgeräumt sein. Wir werden sehen, wie selbstbewusst die Märkte durch die Zinsentscheidung des Offenmarktausschuss der US-Notenbank in der kommenden Woche sein werden. Wir sollten Ausschau halten nach Begriffen wie „Umfang“ oder „Möglichkeit“ einer weiteren Lockerung „wenn es notwendig ist“. Wenn die Stimulus-Pumpe nicht vorgesehen ist und die Zentralbank am verbesserten wirtschaftlichen Ausblick, wie im Konjunkturbericht definiert, festhält, dann werden die Hoffnungen für ein drittes Quantitatives Lockerungs-Programm der US-Notenbank später im Jahr bald seltsam erscheinen. Eine negative Reaktion der Kapitalmärkte auf eine Entscheidung kein Anreizprogramm aufzulegen, wäre ein Segen für den Dollar. Wenn Aktien- und andere spekulationsgetriebene Märkte überschuldet sind, könnte eine Abwicklung durchaus ungeordnet sein (besonders bei diesem hohen Niveau). Volatilität und Risikoscheu sind die Stärke des Dollars. Außerdem wird eine Abkehr von weiteren Anreizprogrammen den Fokus zurück auf den Ausgleich von Wachstum und Inflation lenken. Und nach den Arbeitsmarktzahlen (ex Landwirtschaft) vom letzten Freitag, wird es ein starkes Interesse am Verbraucherpreisindex geben, der nächsten Freitag veröffentlicht wird. Während schon jetzt die Schlagzeilen einen Anstieg von 2,9 Prozent ankündigen (und die Kerninflation oberhalb der eigenen Zielvorgabe) könnte die Aussicht auf eine weitere quantitative Lockerung sich in eine Angst vor einem Anziehen der geldpolitischen Zügel wandeln.

John Kicklighter, Daily-FX Analyst