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Die Suche nach dem Kurs

In der zurückliegenden Woche warteten einige Unternehmen wieder mit guten Zahlen auf. So liegt BMW weiter auf Rekordkurs. Henkel erwischte ebenfalls einen blitzsauberen Start in das laufende Geschäftsjahr. Die Marktteilnehmer interessierte dies allerdings wenig. Alle Augen waren und sind weiterhin auf Griechenland gerichtet. Staatspräsident Karolos Papoulias kündigte am Sonntagabend an, noch einen letzten Versuch für eine Regierungsbildung zu starten. Andernfalls muss spätestens am 17. Juni erneut gewählt werden. So stagnierte der Deutsche Aktienindex DAX®im Beobachtungszeitraum vom 7.5. bis 11.5.2011 im Bereich von 6.500 Punkten.

 

Der seit Anfang Mai gebildete Abwärtstrend ist damit (zunächst) gestoppt. Für eine Entwarnung ist es jedoch noch zu früh. Charttechniker schielen mit wachsamem Auge auf die 6.376 Punkte-Marke. Das ist der Tiefstkurs der vergangenen Woche. Wird sie im Wochenverlauf unterschritten, droht eine neuerliche Korrektur bis 6.000 Punkte-Level. Zum Wochenakt gibt der Index zwar deutlich nach. Die Unterstützung hält allerdings noch.

 

Deutlich kritischer ist die Lage beim EUROSTOXX50® Index. Aktuell kämpft der Index mit der 2.200 Punkte-Marke. Dieser Level war in den zurückliegenden zwölf Monaten immer wieder wegweisend für den weiteren Kursverlauf. Als diese Marke im September vergangenen Jahres unterschritten wurde, verlor das Aktienbarometer binnen weniger Tage weiter um mehr als zehn Prozent. Als die wegweisende Marke im Oktober zurückerobert wurde, legte der Index innerhalb von drei Wochen über 14 Prozent zu. Im Dezember drohte der Index erneut unter diese Marke zu fallen – konnte sie jedoch verteidigen und setzte zu einer dreimonatigen Kursrally an. Anleger sollten diese Marke also streng beobachten. Wird sie unterschritten, ist kurzfristig ein weiterer Rückgang bis 2.000 Punkte möglich.

 

Der DAX und vor allem der EUROSTOXX50® Index sind keineswegs die einzigen Aktienbarometer, die aktuell ein starkes Abwärtmomentum aufweisen – vielmehr zeigt sich dies fast rund um den Globus. Zu den wenigen Indizes mit Trend nach oben zählen der STOXX® Select Dividend 30 Return Index, der NYSE Arca Biotechnology Index und der STOXX® Americas 600 Utilities EUR (Return-) Index. Der STOXX® Select Dividend 30 Return Index gab Anfang April kräftig nach. Im weiteren Verlauf stabilisierte sich das Barometer jedoch im Bereich von 2.600 Punkten. Seit einigen Tagen zeigt der Index einen Aufwärtstrend. Aktuell notiert das Barometer bei 2.619 Punkten und damit am Höchststand vom April. Wird diese Marke in den kommenden Tagen überwunden, ist eine weitere Erholung um weitere 100 Punkte möglich. Der Biotechnologiesektor profitiert stark von Übernahmen in diesem Bereich. Die Aufwärtsdynamik des NYSE Arca Biotechnology Index könnte somit anhalten.

 

Der STOXX® Americas 600 Utilities EUR (Return-) Index peilt das Hoch von 156 Punkten vom vergangenen Dezember an. Wird es überschritten, ist der Weg aus technischer Sicht frei bis 170 Punkte. Jedes dieser drei Barometer bietet somit weiteres Potenzial. Angesichts der allgemeinen Unsicherheit, müssen dennoch Rückschläge einkalkuliert werden.

 

In rund vier Wochen beginnt die Europameisterschaft. Im Juli folgen die Olympischen Spiele in London. Großereignisse wie diese treiben den Puls der Fans immer wieder in die Höhe. Spitzensportler wie Philip Lahm, Udin Bolt oder Britta Steffen sind zweifelsohne eine eigene Liga. Der Deutsche Fußball-Bund zählt allerdings inzwischen 6,8 Millionen Mitglieder. Wettbewerbe wie der Berlin-Marathon zählen rund 50.000 Teilnehmer. Trend- und Zukunftsforschern wie Matthias Horx zufolge ist der Wandel in der Arbeitswelt ein Grund dafür, dass bei immer mehr Menschen die Themen Wellness, Gesundheit und Sport einen hohen Stellenwert einnehmen. In Deutschland werden mehr als 7,5 Milliarden Euro jährlich für Sportartikel ausgegeben. Der Trend zu mehr Bewegung zeigt sich nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Der Solactive® Sports Performance Index umfasst die 20 größten Hersteller von Sportbekleidung und Sportgeräten. Aktuell zählen dazu Adidas Nike sowie Geräteproduzenten wie Garmin und Shimano.

 

Stand: Schlusskurse vom Freitag, 10. Mai 2012, 17:30 Uhr