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17. Nov
2017

Backtesting – so einfach können Sie Ihr Vorgehen überprüfen

Geschrieben von: sebastianhell

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sebastianhell

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

wie schön wäre es, gäbe es eine Möglichkeit, die eigene Strategie auf ihren Erfolg hin zu testen, oder? Und gemeint ist hierbei nicht die reine Rendite nach Abzug aller Verluste und Gebühren. Gemeint ist vielmehr ein ernstzunehmendes Testverfahren, das Händler helfen kann, den Nutzen ihrer Strategien beim Trading auf den Prüfstand zu stellen. Erfreulicherweise gibt es solche Testmöglichkeiten – teils gehören die Systeme bei Brokern bereits zur Ausstattung der Handelsplattformen, teils können die Programme extern bezogen werden. Dabei entstehen Ihnen nicht zwangsläufig Kosten, wenn Sie als Händler die richtige Wahl treffen und wissen, wie Sie sie richtig vorgehen.

Was bringt mir die Strategie-Auswertung im Einzelnen?

Zunächst einmal sei gesagt: Das Backtesting, wie das Überprüfen einer Strategie branchenintern meist bezeichnet wird, ist durchaus aufwendig und verlangt Usern einige Erfahrung ab. Und dies gilt gleichermaßen für ein individuelles manuelles Backtesting wie für eine automatische Analyse. Angebote fürs Backtesting sind in erster Linie ein gutes Hilfsmittel für Trader, die nicht mehrere Wochen oder Monate auf die Erkenntnis warten möchten, ob ihre strategische Ausrichtung den eigenen Ansprüchen wirklich gerecht wird. Ein wichtiger Hinweis muss bereits formuliert werden: Das Testverfahren kann sich stets nur auf die Vergangenheit beziehen. Tests bezüglich möglicher zukünftiger Erfolge können logischerweise nicht vorgenommen werden.

Jeder langfristig agierende Händler sollte die Chance ergreifen, erst einen Test durchzuführen und erst dann die neue Strategie im Handel über ein Echtgeldkonto in die Tat umsetzen! Was naheliegend klingt, gerät im Alltag dennoch leider häufig in Vergessenheit. Gehen Sie clever vor, indem Sie die folgenden Tipps von Anfang an in Ihre Aktivitäten einbeziehen.

Manchmal reicht eine Kurskorrektur schon aus

Selbst erfahrene Trader von CFDs und Forex-Werten müssen im Rahmen der Auswertungen ihrer Handelshistorie mitunter erkennen, dass ihre Strategie weniger lukrativ als vermutet war. Und genau diese Erkenntnisse erlauben Ihnen einen vollständigen Austausch des strategischen Konzepts oder zumindest kleinere Anpassungen. Denn nicht immer werden Sie vollends auf dem Holzweg sein, manchmal erweisen sich schon kleinere Korrekturen als ausreichend, um anschließend wieder mit Erfolg traden zu können.

Die Geschichte am Markt wiederholt sich vielfach

In der Natur der Sache liegt selbstverständlich, dass jedes Backtesting und jede wie auch immer geartete Analyse der Strategie niemals Garantien für Gewinne in der Zukunft bringen kann. Allerdings zeigt gerade die Chartanalyse, dass sich die Geschichte auch am Finanzmarkt regelmäßig wiederholt. So zeichnen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch zukünftig Kursentwicklungen ab, die Sie in der nahen oder fernen Vergangenheit vielleicht schon einmal bemerkt haben.

Den Boden für den Handelserfolg analytisch bereiten

Die Tatsache, dass eine Auswertung der Trades erst im Nachhinein Antworten auf die drängenden Fragen eines Händlers bieten kann, bedeutet nicht, dass das Backtesting überflüssig ist. Das Gegenteil ist der Fall. Denn die Resultate der Analysen lassen sich im späteren aktiven Handel mit echtem Kapital und somit einem realen Verlustrisiko anwenden und zur Basis der (neuen) Strategien werden. Dabei gilt es einige Grundlagen-Gedanken in den Mittelpunkt des Tests zu stellen. Im Zentrum steht die Überlegung, ob das individuell entwickelte Handelssystem unter Einbeziehung der relevanten Kennzahlen beim Live-Trading wirklich sinnvoll angewendet werden kann. Die Frage, ob die Strategie in Zukunft Erfolge bringen wird, ist ebenfalls zu stellen. Insgesamt geht es also um die Abwägung, ob Ihr Handelssystem überhaupt den Zielen gerecht wird und korrekt funktioniert.

Hohe Kosten sind kein Erfolgsgarant beim Strategie-Test

Manche Analyse-Tools, die Händlern einen manuellen oder automatischen Backtest erlauben, gehören wie eingangs erwähnt, zu den Handelsplattformen vieler Broker für den Handel mit Forex- und CFD-Instrumenten. Andere Angebote finden sich kostenpflichtig (in Form von Einmalzahlungen oder wiederkehrenden Kostenpunkten) im WWW. Die erhobenen Gebühren sagen leider wenig über die Qualität der Dienstleistungen aus. Deshalb ist es durchaus verständlich, dass viele Trader erst einmal auf dauerhaften oder zeitweise  gebührenfreien Offerten fürs Backtesting zurückgreifen. Zumal der Verzicht auf Entgelte nicht unbedingt mit Qualitäts-Abstrichen verbunden sein muss.

Auch Strategien des Demokontos können getestet werden

Die Instrumente für das Testen der Trading-Strategie sind nicht nur für den Echtgeldhandel geeignet, sondern können gleichermaßen auch für erste Gehversuche mit einem Demokonto genutzt werden. Positiv wirkt es sich bei den Test-Programmen aus, wenn Nutzer von Anfang an Zugriff auf (ebenfalls kostenlose) Kursdaten erhalten. Zum Leistungsumfang sollte zudem die Möglichkeit zur Erstellung eines eigenen Tradingplans gehören. Eine gute Einführung in die verfügbaren Instrumente und Erklärungen zur Ergebnis-Aufzeichnung sind ebenfalls Standard bei guten Angeboten.

Verschiedene Programme mit unterschiedlich guter Ausstattung

Immer wichtiger bei Backtesting-Anwendungen ist die optionale Verwendung der Programme auf mobilen Endgeräten, denn der Kreis der Händler, die bei Trading auf Smartphones oder Tablet PCs vertrauen, wächst stetig. Bei Gratis-Angeboten sollten Sie darauf achten, ob diese tatsächlich unbefristet kostenlos sind oder ob Sie lediglich Anspruch auf eine unentgeltliche Testperiode für die Analyse und Optimierung Ihrer Strategien haben, bevor im Anschluss an die Testphase doch monatliche Kosten entstehen. Ein gutes Beispiel für eine professionelle Software mit integrierter Trading-Simulation ist – je nach Version und Bezugsquelle – der weltweit beliebte MetaTrader 4. Bei vielen Brokern wird diese Handelssoftware explizit mitsamt der Simulations-Extras bereitgestellt. Mittels dem „Strategietester“ fällt der Test Ihrer automatischen Handelsstrategien besonders leicht.  

 

Ihr Sebastian Hell
Geschäftsführer QTrade
www.qtrade.de

10. Okt
2017

DAX 13.000 – Wann ist es endlich soweit?

Geschrieben von: sebastianhell

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sebastianhell

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

trotz der schwelenden Krise zwischen Nordkorea und den USA sowie der deutschen Bundestagswahlen Ende September steuert der Deutsche Aktienindex (DAX) weiterhin auf Erfolgskurs. Viele Analysten hatten ihm schon für den vergangenen Monat das Erreichen eines neuen Allzeithochs vorhergesagt. Allein, dem deutschen Leitindex scheint der Mut zu fehlen. Wie zuletzt will das Durchbrechen der historischen Höchstmarke von 13.000 Punkten nicht so recht gelingen.

Anschub aus den USA bleibt (vorerst) aus

Die Aussage, der DAX traue sich nicht, ist dabei natürlich nicht ganz korrekt. Schließlich handelt es sich nicht um ein Lebewesen, das aus eigener Kraft Entscheidungen trifft, auch wenn dem Index in der medialen Berichterstattung gerne mal menschliche Züge zugeschrieben werden, weil dies einfach besser klingt. Faktisch aber sind es die Anleger selbst, denen der endgültige Mut fehlt, weiter in die relevanten Wertpapiere zu investieren, um dem Rekordhoch Vorschub zu leisten. Zuletzt waren es die bevorstehenden Publikationen der aktuellen Daten zum US-Arbeitsmarkt. Doch diese konnten nicht leisten, was mancher Anleger und Analyst von ihnen erwartet hatte.

Nur knapp am neuen Rekordwert gescheitert

Zwischenzeitlich war der Leitindex zum Ende der zurückliegenden Handelswoche nur wenige Punkte (der DAX brachte es kurzfristig auf über 12.993 Zähler) an der Marke vorbeigestolpert. Der Begriff „stolpern“ hat deshalb Berechtigung, weil es wahrlich knapp war. Doch am Freitag (06.10.2017) folgte die Ernüchterung auf dem Fuße, wenngleich es nach dem Höhenflug keinen wirklichen Einbruch gab. Dennoch kam es zur erneuten Kurskorrektur nach unten, sodass es nun die kommenden Wochen schaffen sollen, den DAX in unbekannte Sphären zu heben. Dabei sah es am  Freitagnachmittag eigentlich gut aus.

US-Arbeitsmarktdaten fallen unerwartet negativ aus

Die Arbeitsdaten aus den USA wiesen ein Minus um immerhin 33.000 Stellen auf. Dementsprechend blieb der erwartete Durchbruch erst einmal aus. Dabei waren die Löhne und Gehälter in den Vereinigten Staaten der neuen Statistik zufolge stärker gestiegen, als dies prognostiziert worden waren. Dass die neuen Arbeitsplätze nicht die letzte Motivation geben konnten, liegt aus Sicht zahlreicher Analysten wiederum in weiten Teilen daran, dass es dem Markt in den USA schlicht und ergreifend an den passenden Bewerbern für die offenen Stellen mangelt.

Schaut man sich die Zahlen genau an, wird die niedrigste US-Arbeitslosenquote seit dem Jahr 2001 erkennbar. Die Quote sank laut Arbeitsministerium mit Sitz in Washington auf nun 4,2 Prozent, was einem Rückgang um 0,2 Prozent entspricht. Daran, dass Experten eine Quasi-Vollbeschäftigung attestieren ändert diese Entwicklung freilich nichts. Auch dies ein Argument die Erwartung einer erneuten Anhebung des Zinsniveaus zum Jahresende in der weltweit größten Volkswirtschaft.

Euro schwächelt und bringt Indizes neue Chancen

Neue Signale, dass es nun bald mit einem DAX-Kurs jenseits von 13.000 Punkten klappen wird, gibt es dennoch. Beispielsweise gehen Beobachter davon aus, dass die US-Zinsen wegen des Einkommensanstiegs ebenfalls steigen werden. Hinzu kommt, dass der Kurs der Gemeinschaftswährung Euro nochmals gesunken ist. Nach der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten sank der Eurokurs für eine Weile auf den niedrigsten Stand seit Mitte August 2017, was für etwas Ruhe zum Wochenende sorgte. Ausgelöst wurde die „Krise“ des Euro nicht zuletzt durch die Krise um die drohende Abspaltung Kataloniens im Euro-Land Spanien. Vorteile birgt der schwächere Euro bekanntlich vor allem für Unternehmen der Exportwirtschaft. Diese Entwicklung soll nun ebenfalls Ausgangspunkt sein, damit der neue DAX-Höchststand doch noch erreicht wird.

Index muss sich neu ausrichten und dann Rekorde jagen

Wie heißt es so schön: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Warten wir also ab, was die kommenden Wochen bringen werden. Positiv formuliert könnte man auch sagen: Der Index hat einfach nochmals Anlauf genommen, um jetzt endlich das zu tun, was so viele Anleger und Trader schon seit einer Weile von ihm erwarten. Es wäre nicht das erste Mal, dass es ein paar Etappen bis zum neuen Kursdurchbruch braucht.

 

Ihr Sebastian Hell
Geschäftsführer QTrade
www.qtrade.de

 

28. Sep
2017

Positionstrading: Der Weg für Händler mit Ausdauer

Geschrieben von: sebastianhell

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sebastianhell

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

gehören Sie, liebe Leser, auch zu den Anlegern, denen die Zeit für tagesaktuelle Orders fehlt? So interessant Daytrading auch sein mag, so aufwendig ist die Strategie beim CFD- und Forex-Handel aus zeitlicher Sicht. Für viele langfristig planende Händler ist das sogenannte Positions-Trading die richtige Handelsstrategie. Übliche Haltezeiten bewegen sich in diesem Fall im Rahmen von wenigstens einem halben Jahr, Zeiträume von bis zu 12 Monaten aber sind ebenfalls möglich. Das Interessante: Durch die konsequente Ausrichtung können Sie durchaus Tag für Tag Gewinne realisieren, denn irgendwann sind die Haltezeiten bei jeder Position erreicht. So können Sie durch akkurate Planung mit vielen verschiedenen Orders regelmäßig Erträge einfahren, ohne sich mit den akuten Entwicklungen am Markt befassen zu müssen. Es sei denn, sie möchten neue Positionen in Angriff nehmen, dann steht die erneute Analyse an.

Aktien sind bei Positionstradern besonders gefragt

Positions-Trading gilt vielen Experten zufolge als eine der Strategien mit der höchsten Rentabilität, wenn Händler sie richtig anzuwenden wissen. Empfehlenswert ist es allgemein, dass sich Positions-Trader auf bestimmte Basiswerte wie Aktien oder auch ETFs (börsengehandelte Fonds) konzentrieren, damit sie sich diesbezüglich genug Zeit für die Auswertung des richtigen Zeitpunkts für den Ein- und Ausstieg nehmen können.

Generell müssen Anwender der Positions-Trading-Strategie eine gewisse Belastbarkeit und Stressresistenz an den Tag legen. Der Grund ist nicht nur in der langfristigen Ausrichtung zu sehen. Auch und gerade die Tatsache, dass der Wert des Portfolios zwischenzeitlich spürbar sinken kann, sollte nicht zu Schweißausbrüchen und Kurzschlussreaktionen auf Seiten der Händler führen.

Ein Beispiel fürs Position Trading könnte wie folgt aussehen:

Händler A besitzt eine gewisse Menge der Aktie XY, deren Kurs im Folgenden steigt. In diesem Fall wird die Position anteilig oder komplett verkauft, um den erhofften Gewinn zu realisieren. Sollte der Kurs des Basiswertes zeitnah nach dem Verkauf wieder sinken und sich daraus weiterhin ein gutes Risiko-Gewinn-Verhältnis ergeben, da der Kurs nach wie vor anlegerfreundlich ausfällt, können Trader erneut eine oder mehrere Positionen des Wertes erstehen, um in der Folge nochmals zu profitieren.

Wert des Depots kann phasenweise deutlich sinken

Händler müssen in diesem Kontext natürlich nicht nur die richtige Variante dieser Handelsstrategie suchen und an die eigenen Ziele und Budgets anpassen. Sie müssen außerdem die Basiswerte finden, die auf lange Sicht das entsprechende Potenzial fürs Positionstrading aufweisen. Um jederzeit im wahrsten Sinne des Wortes handlungsfähig zu bleiben, sollten Trader auf der anderen Seite möglichst mehrere Positionen in der Hinterhand haben. Auf etwaige Kursschwankungen und mögliche Portfolio-Verluste müssen Trader ebenfalls vorbereitet sein. Der Wertverlust ist dabei natürlich erst einmal rein theoretischer Natur. Wer diese Bedingungen akzeptiert, kann langfristig gute Chancen auf Gewinne erhalten. Dass das Depot mehrere Positionen umfasst, ist deshalb wichtig für den strategischen Ansatz, weil der Händler so angesichts aktueller Trends am Markt jederzeit spekulieren und Käufe/Verkäufe vornehmen kann. Wurde die Auswahl der Positionen bewusst und angemessen getroffen, können Depotinhaber in jedem Moment Gewinne realisieren.

Wie viele Positionen sollte mein Portfolio umfassen?

Das Vorgehen des Verkaufs einer (teilweisen) Position und das frühzeitige Nachkaufen weist eine gewisse Parallele zum Leerverkauf auf. Als Untergrenze beim Depotinhalt fürs Positions-Trading, nennen viele Experten eine „Handvoll“ Basiswerte, andere Analysten empfehlen mindestens gut ein Dutzend Wertpapiere, damit Händler vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Volatilität einzelner Werte wirklich in jeder Marktsituation und bei jedem Trend aktiv bleiben und Gewinne verbuchen können.

Positionstrader haben stets das Langfristige im Blick!

Die Schwünge /Swings des Marktes) sind anders als beim Swingtrading eben nicht kurzfristiger Art, sondern langfristig zu bewerten. Fehlt es dem Markt bzw. seinen bevorzugten Nischen an der nötigen Volatilität, ist Positionstrading ein guter Weg. Dass nur gelegentlich wenige Käufe und Verkäufe erforderlich sind, ist als Vorteil zu werten, auch im Hinblick auf anfallende Transaktionsentgelte und den Zeitaufwand (interessant für Gelegenheitstrader, die berufstätig sind) für die Strategie. Mit der Charttechnik müssen sich Händler allerdings auskennen und auch bereit sein, Stopps zu setzen. Die Fundamentalanalyse spielt ebenfalls eine Rolle; Cash Flow, KGV, Gewinnwarnungen und andere Begriffe sollten für Anwender der Strategie keine Fremdwörter sein.


Ihr Sebastian Hell
Geschäftsführer QTrade
www.qtrade.de

07. Sep
2017

Daytrading – Jeden Tag Gewinne?

Geschrieben von: sebastianhell

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sebastianhell

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

wenn es ein Argument gibt, das viele unserer Leser vom Handel an den Finanzmärkten abhält, dann ist dies auf Nachfragen häufig die Geduld. Und dabei sind mögliche zwischenzeitliche Kursrückgänge noch gar nicht berücksichtigt, von denen es am Markt gerade in turbulenten Zeiten doch recht viele geben kann. Mal ganz davon abgesehen, dass Anleger mit Aktien zwar eine sinnvolle Dividendenstrategie umsetzen können, dafür aber auch langfristig orientiert arbeiten müssen. Doch welche Chancen haben Händler und Trader, für die Zeit sprichwörtlich bares Geld ist? In vielen Fällen, liebe Leser, lautet die Antwort: Daytrading.

Hohe Volatilität birgt Chancen für kurzfristige Gewinnmitnahmen

Als Daytrader werden jene Investoren und Händler (Trader) bezeichnet, die – wie der Name schon ankündigt – nicht mehr als einen Handelstag aufwenden, um einzelne Positionen zu eröffnen und wieder zu schließen. Idealerweise natürlich mit einem Gewinn, denn um diesen geht es bei allen Arten von Geldanlagen und Investments bekanntlich. Natürlich sind Verluste gerade bei solch kurzfristigen Spekulationen keineswegs ausgeschlossen. Dennoch gibt es gerade in den Sparten des Handels mit Forex-Instrumenten und Differenzkontrakten erstaunlich spannende Chancen. Dabei muss Daytrading nicht zwingend für sich allein als Handelsstrategie verfolgt werden.

Handelstage durch verschiedene Märkte erweitern

Im gleichen Maße können Strategien wie das Hedging, das an anderer Stelle noch ausführlicher präsentiert werden soll, dazu genutzt werden, Positionen am Aktienmarkt und in anderen Bereichen des Finanzmarktes abzusichern und im besten aller Fälle einen drohenden Verlust in einen Gewinn umzukehren. Und dies gelingt erfahrenen Händlern faktisch mittels Daytrading teilweise sogar binnen Minuten, maximal Stunden. Wichtig bei diesem Ansatz: Alle Positionen müssen innerhalb eines Handelstags eröffnet und glattgestellt werden. Dabei kann ein Tag durchaus mehr als 12 Stunden haben, sofern Trader einen Broker bzw. eine Plattform verwenden, die ihnen das Handeln an verschiedenen Märkten erlaubt.

So kann man sich in diesem Umfeld zunutze machen, dass die Märkte in Asien früher als europäische Märkte öffnen, während an anderer Stelle länger gehandelt werden kann aufgrund der Zeitumstellung. Hier ist ein wenig Geschick und Know-how gefragt, um das Daytrading auf die professionelle Spitze zu treiben. Mit ausreichend Erfahrung lauern in diesem Bereich aber sehr gute Gelegenheiten.

Devisenhandel besonders gut für Handel binnen eines Tags?

Dass es ausgerechnet der Devisenmarkt ist, der Daytrader anlockt, hat einen ebenso logischen wie einfachen Grund: Währungen reagieren sehr empfindlich auf wichtige Marktnachrichten. Dementsprechend können Anleger hier oft  Gewinne mitnehmen. Zum Beispiel bieten Meldungen zu Zinsänderungen Chancen, die nur vorübergehend existieren und schon wenige Stunden später nicht mehr von Bedeutung sind. Generell sind es Marktnischen, in denen Händler auf sehr starke Schwankungen hoffen dürfen, die für Daytrading-Fans von Interesse sind. Stets gilt es dabei die bestehenden – nicht minder hohen – Risiken im Blick zu behalten. Was positiv beim Daytrading mit CFDs und Forex auffällt: Sie, liebe Leser, können oft schon mit sehr geringem Einsatz erste Erfolge verbuchen.

Hohe Risiken dürfen nicht in Vergessenheit geraten

Haltezeiten von wenigen Minuten (teils schon ab 30 Sekunden) bis hin zu einigen Stunden haben den Vorteil, dass selbst Trader ohne große Aufmerksamkeitspanne aktiv werden können. Sie haben die Möglichkeit, ihren zeitlichen Horizont an ihre Bedürfnisse anzupassen. Wichtig ist beim Daytrading ohne Frage, dass die Handelsplattformen der Broker zum einen diese Variante des Handels zulassen und zum anderen auch entsprechend schnell Orders ausführen. Andererseits gilt: Ohne eine bedarfsgerechte Trading-Strategie verlassen sich Anleger einzig und allein auf ihr Bauchgefühl und Glück. Dies wiederum ist gerade am Anfang regelrecht fahrlässig. Händler müssen Risiken abschätzen können, damit sich Daytrading wirklich lohnen kann.

Die kurzen Haltezeiten bedeuten für Daytrader, dass sie nicht tage- oder wochenlang auf Gewinne warten müssen. Parallel dazu aber gilt es, während dieser überschaubaren Zeitspanne ständig auf dem Laufenden zu sein. Zugleich können Limits und Stop-Loss-Orders auch bei Trades innerhalb eines Tages helfen, das Risiko in Grenzen zu halten.

Mobile Trading erlaubt rasches Reagieren auf Marktchancen

Ohne eine gesunde Mischung aus der Fundamentalanalyse auf der einen und der Chartanalyse auf der anderen Seite ist Daytrading nicht selten eine Art Glücksspiel – doch genau dies sollte der Handel nicht sein. Je volatiler der Markt, desto wichtiger ist die Analyse für Daytrader. Um jederzeit alle Transaktionen im Blick zu behalten, bieten sich Mobile Apps an. Sie werden zumindest für die Betriebssysteme Google Android und Apple iOS (also die beiden meist genutzten Systeme) inzwischen von den meisten guten Anbietern zur Verfügung gestellt. Der Vorteil besteht darin, dass Fans des Daytrading nicht länger räumlich gebunden sind. Per Smartphone und Tablet PC können Sie, liebe Leser von überall aus, Orders in Minuten oder maximal Stunden eröffnen und schließen, sofern Sie Chancen ausfindig gemacht haben. Mobile Nachrichtenticker, die nicht unbedingt vom eigenen Broker stammen müssen, erlauben kurzfristiges Reagieren auf Kursentwicklungen, die vielleicht schon kurze Zeit später wieder irrelevant sind.

Nicht alle Broker lassen Daytrading-Aktivitäten zu

Bedenken sollten Sie am besten schon im Zuge eines Brokervergleichs, dass Daytrading von Seiten der Plattformbetreiber zugelassen ist. Denn mancherorts sind diese Aktivitäten nicht gerne gesehen. In anderen Fällen fallen die Handelsentgelte vergleichsweise hoch aus, sodass Gewinne nach der Abrechnung Ihrer  Orders bei Weitem nicht mehr so rentabel sind, wie sich Trader dies anfangs erhofft hatten. Durch einen genauen Vergleich der Handelsplattformen und Geschäftsmodelle der Anbieter findet jeder ein Daytrading-Format, das den eigenen Ansprüchen gerecht wird und vielleicht sogar gänzlich neue Einblicke in die vermeintlich vertraute Welt des Tradings gewährt.

 

Ihr Sebastian Hell
Geschäftsführer QTrade
www.qtrade.de

17. Aug
2017

Sie handeln CFDs? Dann müssen Sie das jetzt lesen…

Geschrieben von: sebastianhell

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sebastianhell

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

vor einigen Wochen berichtete ich Ihnen über die Pläne der Bundesanstalt für Finanzaufsichtsaufsicht, die Pflicht zum Nachschuss für Trader konsequent zu untersagen. Drei ganze Monate hatte die deutsche Behörde Brokern Zeit gegeben, um entsprechende Änderungen ihrer Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Plattformen vorzunehmen. Doch was hat die neue Sachlage nun für Verbraucher beim CFD-Trading überhaupt für Folgen? Und wie verhielt sich die Lage? Warum kritisierten Experten die Situation der Händler zuvor überhaupt so harsch? Ich kläre nochmals auf, damit Sie genau wissen, unter welchen Bedingungen Sie zukünftig mit Differenzkontrakten spekulieren in Deutschland.

Extreme Verluste über Guthaben hinaus sind nicht mehr möglich

Wer sich erstmals mit dem Thema CFDs befasst, landete bisher bei der Information, dass die sogenannte Nachschusspflicht dazu führen konnte, dass Verluste weit über den aktuellen Stand des Handelskontos hinaus auftreten können. Liefen Positionen vollkommen aus dem Ruder, mussten Trader zusätzliches Geld einzahlen, um entstandene Verluste dem jeweiligen Broker gegenüber in voller Höhe wieder auszugleichen. Für normale Anleger, die nur nebenbei auf Differenzgeschäfte setzen, war und ist dies ein massives Problem, wenn die schlimmst möglichen Szenarien eintreten.

In Fachmedien wurde in der Vergangenheit wiederholt über Händler berichtet, die in ernste finanzielle Krisen gerieten, weil sie Positionen zu spät geschlossen oder auf den Einsatz von Stoppmarken und anderen Orderzusätzen wie Limits verzichtet hatten. Denn im Grunde gab und gibt es für Verluste in der Theorie kaum Grenzen – je nachdem, wann Trader eingestiegen sind und wie sich die Kurse der gehandelten Basiswerte während der Haltezeit entwickeln. Angesichts der hohen Risiken waren vollständige Pleiten keineswegs undenkbar.

BaFin hat Worten endlich Taten folgen lassen

Diese Tatsache war der BaFin, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, schon länger ein Dorn im Auge. In Deutschland verzichteten heimische Betreiber von Handelsplattformen wie QTrade  Fällen schon länger auf die Nachschusspflicht. Doch der Markt wird eben nicht allein von deutschen Brokern geprägt. Händler in Deutschland sind im Bereich des Derivatehandels seit jeher eine gefragte und zahlungskräftige Zielgruppe internationaler Anbieter für den Forex- und CFD-Handel. Die Schwierigkeit besteht darin, dass im Ausland vielfach andere Gesetze gelten als in der Heimat der Trader. Den Grundstein für mehr Zuverlässigkeit und Transparenz hat die BaFin Anfang Mai 2017 gelegt.

Damals wurde veranlasst, dass Broker in Deutschland nur den Handel mit CFDs offerieren dürfen, bei denen das Abrutschen in die Nachschusspflicht generell ausgeschlossen wird. Damit die Broker ihre Geschäftsmodelle entsprechend anpassen konnten, gab man diesen bei der Behörde drei Monate Zeit.

Totalverlust bleibt als größtes Risiko für Trader bestehen

Kommt es nun zu akuten Bewegungen am Markt, wissen Händler, welches maximale Minus ihnen beim Trading von CFDs entstehen können. Kommt es zum Äußersten, kann ein Totalverlust auftreten. Dies bedeutet, dass Broker im schlimmsten Fall das Gesamt-Kontoguthaben für den Ausgleich des Verlusts heranziehen. Weitere Forderungen sind indes nicht mehr möglich. Zu betonen ist an dieser Stelle: Der besagte Totalverlust ist weiterhin existent! Dies sollten Sie sich, liebe Leser, stets im Hinterkopf behalten, auch wenn sich die Lage für deutsche Brokerkunden durch die BaFin-Entscheidung nun merklich verbessert hat.

Wie wird sich der Markt in Deutschland verändern?

Fraglich ist in diesem Kontext, wie sich der Markt insgesamt verändern wird. Es gibt verschiedene Optionen für die Entwicklungen innerhalb der Branche. Einige ausländische Broker werden eventuell in Zukunft auf Aktivitäten am deutschen Markt verzichten, da sie den Nachschuss ausschließen müssen. Der Grund ist darin zu sehen, dass das hohe Verlustrisiko durch den Ausschluss nun zulasten der Anbieter geht. Die Broker müssen nämlich dafür sorgen, dass Kundenguthaben nicht so rasch wie früher in Richtung der gefährlichen Null abfallen. Sollte  dies dennoch passieren, weil Trader schlechte Entscheidungen getroffen und Kurse dramatische Veränderungen aufgewiesen haben, müssen Broker schneller als bisher für eine Glattstellung der Trades sorgen. Der Aufwand fällt damit erheblich größer als zuvor aus, als Händler in die Verantwortung genommen werden konnten durch die Nachschusspflicht.

Letzte Broker haben endlich Anpassungen vorgenommen

Dass etliche Broker deutschen Kunden sowieso schon Konten mit Nachschussfreiheit zur Verfügung stellten, ändert nichts daran, dass sich höchstwahrscheinlich doch einige weitere Veränderungen einstellen werden. Gemeint sind damit natürlich vorrangig die Auslands-Dienstleister. Sie mussten sich nach Bekanntgabe der neuen Richtlinie genau überlegen, welchen Weg sie einschlagen möchten. Pünktlich zum Stichtag 10.08.2017 haben die letzten Broker nachgezogen und Korrekturen ihrer Plattformen in die Tat umgesetzt. Dies gilt auch für Betreiber von Plattformen, über die Kunden neben CFDs und Forex-Werten auch Futures oder andere Produkte handeln können. Schauen Sie genau hin, wenn Sie dieser Tage mit dem Gedanken an einen Brokerwechsel spielen.

So mancher Broker setzte neuerdings auf eigens einzurichtende CFD-Handelskonten, sodass Sie einen entsprechenden Antrag stellen müssen, um weiterhin im CFD-Segment handlungsfähig zu bleiben. Die übrigen Produkte können Sie meist wie gehabt über das ursprüngliche Konto handeln.

Neue Handelssicherheit für CFD-Trader

Alles in allem ist die neue Rechtslage für Brokerkunden aus Deutschland natürlich eine positive Entwicklung. Wichtig für Trader ist dabei zu wissen, dass bei anderen Finanzprodukten wie Futures weiterhin die alten Regeln gelten können, weshalb die Nachschusspflicht gewohnt wie das sprichwörtliche Damoklesschwert über Ihren Orders und Trades schweben kann. Seien Sie im Gegenzug darauf vorbereitet, dass Ihnen mancherorts höhere Spreads begegnen können, wenn der betreffende Broker bis zuletzt mit der Nachschusspflicht gearbeitet hat. Steigen können auch die Anforderungen an die Sicherheitsleistung (Margin) für den CFD-Handel sowie Gebühren, die innerhalb der CFD-Branche üblicherweise für Orderausführungen in Rechnung gestellt werden.

Broker werden Handelsbedingungen anpassen

Broker suchen nun einmal einen Weg, wie sie ihr eigenes Risiko begrenzen können. Um vorzeitiges Schließen Ihrer Positionen zu verhindern, kann es sich für Sie als Trader bezahlt machen, wenn Sie nun mit höheren Margin-Beträgen arbeiten, als Sie es vielleicht bisher getan haben. Sonst drohen Ihnen ungewohnt frühe Positionsschließungen, die Broker mit Sicherheit in Angriff nehmen werden. In puncto Risiko aber sind Sie generell besser aufgestellt, liebe CFD-Fans! Im Wettbewerb sind Broker nun in der Pflicht, gesunde Verhältnisse zwischen dem maximalen Hebel und den Handelskosten zu schaffen. Die allgemeinen Wett- und Handelsrisiken bleiben unverändert bestehen, auch nach dem Wegfall der Nachschusspflicht.

Ihr Sebastian Hell
Geschäftsführer QTrade
www.qtrade.de

 

10. Aug
2017

Bitcoin: trotz vieler Warnungen mit Rekordkurs über 3.200 US-Dollar

Geschrieben von: sebastianhell

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Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

vor einigen Wochen, hatten wir uns an dieser Stelle schon einmal mit dem Thema Kryptowährungen – genauer der Gegenüberstellung und Konkurrenz der digitalen Devisen Bitcoin und Ethereum – eingehender befasst. Beide Währungen wecken bei Anlegern nach wie vor Begehrlichkeiten. Und der Markt, liebe Leserinnen und Leser, gibt diesem Interesse auf Investorenseite durchaus Recht. Gerade in der momentanen Situation beim Modell Bitcoin. Obwohl die Kryptowährung außerhalb der virtuellen Welt nur in wirklichen Ausnahmefällen beispielsweise beim Bezahlen im Café oder im Einzelhandel Verwendung findet, steigt die Nachfrage.

Grund ist neben dem einfachen Zahlungsvorgang in Online-Shops und -Portalen die anonyme Abwicklung der Transaktionen. Und eben diese ist auch der Anlass für Warnungen von Seiten berufener Kritiker und staatlicher Einrichtungen.

Neuer Ableger eröffnet neue Debatten über die Perspektiven

Erst kürzlich entstand das Ablegeformat „Bitcoin Cash“. Die Versprechen der Branche lesen sich eindrucksvoll. Im direkten Vergleich zum Vorläufer Bitcoin sollen Nutzer der Währung in Zukunft sogar noch schneller zahlen und Geld empfangen können. Beim schnellen Geldtransfer stoßen solche Aussichten bei potentiellen Nutzern generell auf offene Ohren. Dass Bitcoin Cash entstehen konnte, erklären Experten damit, dass User beim „normalen“ Bitcoin wegen des steigenden Handelsvolumens im WWW zunehmend mit Problemen in puncto Ausführungsgeschwindigkeit zu kämpfen hatte.

Bitcoin Cash ermöglicht deutlich schnelleren Zahlungsverkehr

Das Echo in der Community war groß; hier wie dort kommt die klassische Blockchain-Technologie zum Einsatz. Der große Unterschied besteht darin, dass die zugrundeliegenden Blöcke beim Cash-Modell mit acht Megabyte achtmal so groß ausfallen wie beim klassischen Zahlungsangebot. Entsprechend können je Block wesentlich mehr Transaktionen parallel ausgeführt werden. In deutlich unter 24 Stunden (ein durchaus üblicher Zahlungsintervall bei Bitcoin-Zahlungen) sollen Vorgänge zukünftig abgewickelt werden können.

Risiken der Währung sollten nicht unterschätzt werden

Es ist nicht die erste Währungsabspaltung vom Ursprungsmodell. Dem Bitcoin selbst haben die aktuellen Meldungen eher nicht geschadet, wie ein Blick auf die Kurse seit Ende Juli 2017 erkennen lässt. Natürlich steigt das Interesse an Kryptowährungen seit Jahren stetig, doch der Höhenflug des Bitcoin sucht weiterhin seinesgleichen. Die besagte Währung Ethereum kann sich als eine der wenigen virtuellen Währungen mit dem Bitcoin messen. Die oft in der Kritik stehende fehlende Regulierung in diesem Bereich, verhindert indes klare Trends und sorgt regelmäßig für mehr oder minder deutliche Kursschwankungen. Anfällig sind die gängigen Kryptowährungen zudem für Angriffe von Hackern, was vielen Anlegern bis heute gar nicht hinreichend bekannt ist. An den teils enormen Gewinnmargen, die sich risikofreudige Anleger sichern können, ändern solche Risikowarnungen natürlich wenig.

Neues Rekordhoch von mehr als 3.200 USD sorgte bei Fans für Hochstimmung

Nachdem die Währung zuletzt Mitte Juni 2017 die Marke von 3.000 US-Dollar aufsteigend hinter sich lassen konnte, hat es der derzeitige Boom wahrlich in sich. Zwischenzeitlich kletterte der Preis auf deutlich mehr als 3.200 USD pro Bitcoin. Das ist ein absolutes Allzeithoch! Dass der Kurs später eine Korrektur um fast 100 USD erlebte, ändert nichts an den Turbulenzen bzw. bestärkt viele Analysten eher in der These, dass bei der Kryptowährung im Prinzip immer alles passieren kann. Neueste Daten weisen darauf hin, dass die momentane Bitcoin-Marktkapitalisierung bei über 52 Milliarden US-Dollar liegt. Ein mehr als beeindruckender Wert für eine Währung, der mancher Skeptiker schon seit längerem einem Einbruch vorhersagt.

Jetzt erst recht – Kursboom nach vielfältiger Kritik

Spannend ist diese aktuelle Entwicklung vor allem, weil dem Star unter den Kryptowährungen zeitweise Potenzial abgesprochen wurde. Von wegen, scheint die Währung trotzig zu sagen. Die erwähnte Marktkapitalisierung selbst ist übrigens ebenfalls ein Rekordwert, denn niemals zuvor erreichte sie einen Wert von mehr als 50 Mrd. USD, wie ein Blick auf den Bitcoin-Preis-Index (BPI) verdeutlicht. Doch gerade die Splittung in Bitcoin und Bitcoin Cash könnte nun abermals für Schwierigkeiten und Verwunderung bei den Anlegern sorgen. Bei unerfahrenen Interessenten könnten Unsicherheiten auftreten, die wiederum eine mehr oder minder große Verkaufswelle nach sich ziehen und den Kurs einbrechen lassen könnte.

Einmal mehr zeigt sich damit, dass Kryptowährungen nicht allein aus Regulierungsmangel ein heißes Eisen sind. Dass keine Börse, sondern ein Computerprogramm für die Wertsicherheit garantiert, macht einige Anleger in spe sicher weiterhin misstrauisch.

Internationale Finanzaufsichten haben ein Auge auf die Währung

Und dies ist nicht das einzige Dilemma rund um den Bitcoin. Zuletzt etwa waren aus dem Umfeld der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wieder kritische Worte zu vernehmen. Genauer: Dort sprach man gegen eine spanische Bitcoin-Plattform eine sogenannte „Verfügung zur Einstellung des Geschäfts“ aus, was zumindest bei deutschen Bitcoin-Fans für Aufmerksamkeit gesorgt haben dürfte. Ausgangspunkt war in diesem Fall aber nicht eine Kritik an der Währung im eigentlichen Sinne, sondern die Tatsache, dass das verantwortliche Unternehmen Cryp Trade Capital Ltd. nicht die Anforderungen erfüllt, die die BaFin für Finanzkommissionsgeschäfte als Teil des Bankgeschäfts am deutschen Markt ansetzt.

Das Verbot bezieht sich dementsprechend natürlich nur auf das Deutschlandgeschäft des Betreibers aus Spanien. Insgesamt aber steht die Währung durchaus weltweit von staatlicher Seite unter Beobachtung.

Niemand kann verlässlich in Zukunft des Bitcoin sehen

Relevanter sind in diesem Zusammenhang also schon eher die Einschätzungen verschiedener Branchenkenner, die zum Teil vor einer drohenden Bitcoin-Blase warnen. Selbst der Begriff des Schnellballsystems taucht in Berichten über die Währung Bitcoin zunehmend aus. Wohin die Reise beim Cybergeld gehen wird, darüber sind sich die Gelehrten also wieder einmal alles andere als einig. Modeerscheinung oder ernstzunehmende Währung mit langfristiger Perspektive? Es bleibt ein spannendes Experiment mit Risiken und Chancen …

Ihr Sebastian Hell
Geschäftsführer QTrade
www.qtrade.de

 

03. Aug
2017

So geht’s: Krise bei den Autobauern = Chancen für NewsTrader!

Geschrieben von: sebastianhell

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Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

große Versprechen der Art „In nur einem Monat zur Erfolgsstrategie“ finden sich in vielen mehr oder weniger seriösen Ratgebern rund um das Thema Trading. Oft erweisen sich die Hilfestellungen dank der erhobenen Gebühren eher für Anbieter als Empfänger als lukrativ. Erfreulicherweise gibt es ausreichend strategische Alternativen, liebe Leser, die vollkommen kostenlos genutzt und individuell an Ziele und finanzielle Möglichkeiten angepasst werden kann. Das sogenannte Newstrading ist eine solche Strategie. Viele Insider bezeichnen dieses Konzept gerne als den goldenen Weg oder auch als Königsdisziplin des Tradings. Hohe Gewinne winken Tradern, die die Strategie richtig anzuwenden verstehen. Mit etwas Glück können bereits binnen weniger Stunden oder Tage hohe Gewinne auf dem Handelskonto landen.

Wie wirken sich Nachrichtenmeldungen auf die Märkte aus?

Die angeführten Titulierungen verdient das Newstrading seinem hohen zeitlichen wie analytischen Aufwand. Anwender müssen sich von Anfang an darüber im Klaren sein, dass es in diesem Fall nicht ausreichend ist, mit ein paar Minuten pro Handelstag enorme Erfolge zu verbuchen. Ohnehin braucht es ein gesundes Verständnis dafür, welche Auswirkungen bestimmte Nachrichten auf ganze Märkte oder einzelne Basiswerte haben – denn um eben diese Nachrichten („News“) geht es bei dieser Strategie natürlich, wie der Name bereits vermuten lässt. Es reicht indes nicht zwingend aus, die aktuelle Nachrichtenlage einfach zur Kenntnis zu nehmen.

Händler müssen Neuigkeiten analysieren und Schlüsse ziehen

Vielmehr müssen Händler Nachrichten erkennen, verstehen und deuten können. Hier geht es nicht um charttechnische Auswertungen des Marktes, sondern um fundamentale Fakten, die mal mehr und mal weniger gravierenden Einfluss auf die Kursentwicklungen am Markt haben können. Dies verlangt eine tagtägliche Analyse der neuen Nachrichtendaten, um neue Chancen zu ermitteln oder bestehende Positionen auf die neue Situation bezogen immer wieder zu hinterfragen. Notfalls mit dem Ergebnis, sich kurzfristig von Orders zu verabschieden und die Strategie neu auszurichten.

Große Index-Werte strategisch oft eher ungeeignet

Aktienwerte – insbesondere aus den großen Indizes wie dem MDax oder DAX – eignen sich fürs Newstrading nach Aussagen von Analysten eher nicht. Als Basiswerte mit besseren Aussichten nennen Experten in vielen Fällen Nebenwerte, denn hier hinterlassen News oftmals eher innerhalb mehrerer Tage einen bleibenden Eindruck, währen im DAX notierte Wertpapiere mitunter akut auf Nachrichten reagieren, was dem hohen Handelsvolumen in diesen Bereichen geschuldet ist. Gerade Händler, die bei der Anwendung noch am Anfang ihrer Newstrading-Karriere stehen, tun gut daran, lieber nach Werten Ausschau zu halten, bei denen aktuelle Nachrichten nicht direkt akute Veränderungen nach sich ziehen. Reagieren Basiswerte über Zeitspannen von Tagen oder Wochen auf News, sind diese die bessere Wahl für den Start.

Gewinne locken bei steigenden und sinkenden Kursen

Die Tatsache, dass Händler beim News Trading ausdrücklich auf Bewegungen am Markt spekulieren, die infolge von Nachrichten-Veröffentlichungen auftreten, bedeutet, dass auch sinkende Kurse Chancen eröffnen können. Im Folgenden werfen wir nun einen Blick auf mögliche Nachrichten, die im Zuge des Newstrading eine Rolle spielen können. Dazu gehören:

  1. Meldungen der Notenbanken (gerade am Devisenmarkt)
  2. Unternehmensberichte
  3. konjunkturelle Indikatoren (z.B. Geschäftsklimaindex)
  4. politische/wirtschaftliche Entscheidungen allgemein

Schon hier zeigt sich, dass die Nachrichten ganz unterschiedlicher Natur sein können. Es liegt auf der Hand, dass sich zum Beispiel Meldungen aus dem Umfeld großer Notenbanken insbesondere im Devisenbereich zu Kursbewegungen führen können. Zu nennen sind etwa Zinssenkungen, wie sie in den vergangenen Jahren gerade von Seiten der Europäischen Zentralbank mit Ziel einer besseren Vergabepraxis am europäischen Kreditmarkt durchgesetzt wurden. Die Pressekonferenzen der EZB werden von den Medien seit jeher mit Interesse verfolgt, da die Ergebnisse der Sitzungen letztlich nicht nur Einfluss auf die Währungskurse haben, sondern auch in anderen Bereich wie dem Aktienhandel Spuren hinterlassen.

Zahlreiche Meldungen können Kurse beeinflussen

Trader, die auf die Kurse von Aktien wetten möchten, müssen verschiedenste Details und News im Auge behalten. Bilanzveröffentlichungen, Mitteilungen zu neuen Partnerschaften, Produktneuheiten oder Gewinnwarnungen – all diese Aspekte können sich auf den Aktienkurs auswirken. Richtig ist natürlich ebenfalls, dass nicht jede Nachricht zu einem regelrechten Kursbeben führen wird. Diesbezüglich gibt es Meldungen, die eher überschaubare Kursentwicklungen auslösen, während andere Szenarien wirklich zu massiven Schwankungen führen können. Genaue diese Einsicht zeigt, weshalb es so wichtig ist, das Newstrading richtig zu lernen.

Verlässliche Kursprognosen schon im Vorfeld der Nachrichten-Publikationen?

Erfahrene Trader können faktisch Nachrichten regelrecht vorhersagen und Prognosen dazu abgeben, welche Kurse sich im Anschluss an die Publikationen in welchem Maße verändern werden. So ist Newstrading sozusagen eine analytische Kunst für sich. Neben den genannten News gibt es noch etliche weitere Meldungen, die ihrerseits Kurse steigen oder fallen lassen können. Neue Arbeitsmarktdaten oder Ankündigungen zu neuen Konjunkturprogrammen beispielsweise können ihrerseits Entwicklungen an den Märkten nach sich ziehen. Immer sollten Trader die derzeitigen Markterwartungen im Hinterkopf behalten. Denn es geht darum herauszufinden, ob diese durch Meldungen erfüllt, enttäuscht oder vielleicht sogar in positiver Hinsicht übertroffen wurden.

Es braucht schon einige Erfahrung, um die Folgen von Nachrichten-Veröffentlichungen korrekt einzuschätzen. Anfängliche Misserfolge sind nicht auszuschließen, weshalb es am Anfang auch und gerade um ein angemessenes Risikomanagement geht.

Wirtschaftsindikatoren wirken sich immer auf Kurse aus

Arbeitsmarkt-Entwicklungen, Geschäftsklimaindex (der ein wichtiger Indikator für die deutsche Konjunkturentwicklung ist), BIP und Co. sind ebenfalls relevante Faktoren fürs Newstrading, die Händler „lesen“ können sollten. Gleiches gilt natürlich für die zuletzt bekannt gewordenen Abgasmanipulationen beim Autohersteller VW (und einigen Mitbewerbern), die kurzfristig wenigstens für einige Turbulenzen bei den betreffenden Aktienwerten sorgten – wenn auch weit weniger gravierend, als es mancher Analyst wohl erwartet hatte. Bei Finanzprodukten wie Unternehmens- oder Staatsanleihen etwa sollten Trader auch die Bewertungen von Ratingagenturen in ihre Handelsentscheidungen einbinden, die in der Vergangenheit ebenso wichtige Erkenntnisse für Vorhersagen am Markt erlaubten.

Was ist wichtig, was kann ich vernachlässigen?

Newstrader müssen möglichst früh lernen, wichtige von unwichtigen Nachrichten zu unterscheiden. Wichtig sind nur Meldungen, die höchstwahrscheinlich Reaktionen am Markt hervorrufen werden. Zudem sollten News unter zeitlichen Gesichtspunkten kalkulierbar sein. Akute Meldungen bieten nicht immer ausreichend Spielraum für sinnvolle Entscheidungen. Bei der Organisation der Newstrading-Aktivitäten helfen viele Broker ihren Händlern, indem sie mehr oder minder umfangreiche Marktkalender zur Verfügung stellen. So beispielsweise QTrade direkt in den Handelsplattformen MetaTrader 4 und 5.

Kurzfristige Strategie-Anwendung meist am effektivsten

Wie bei eigentlich allen gängigen Strategien für den Handel mit Finanzprodukten stehen ebenso langfristige wie kurzfristige Strategien zur Verfügung. Jedoch ist zu sagen, dass die große Mehrheit der Strategien für das Nachrichten-basierte Spekulieren doch eher im kurzfristigen Bereich anzutreffen sind. Dies liegt genau genommen in der Natur der Sache. Schließlich reagieren die Märkte in aller Regel selbst mehr oder minder akut auf Nachrichten, die für sie von Relevanz sind. Es geht in vielen Fällen um echte Impulsentscheidungen, die teils nur für einen kurzen Zeitraum Einfluss auf Kurse haben können.

Entscheiden müssen sich Händler zwischen zwei möglichen Ansätzen:

  • möglichst hohe Gewinne auf Kursbasis
  • die bestmögliche Trefferquote

Die berechtigte Frage für Händler, die erstmals Gewinne mittels Newstrading anstreben, lautet: Welche Renditen kann ich überhaupt erreichen durch die Anwendung der Handelsstrategie?

Zahlreiche kleine Gewinne landen auf dem Handelskonto

Die Antwort kann nicht pauschal formuliert werden. Vielmehr geht es darum, die zugrundeliegenden Faktoren für den Erfolg zu nennen und zu hinterfragen. Wird News-Trading für Finanzprodukte mit Hebelwirkung genutzt, nehmen Händler durch die eingesetzten Maßnahmen zur Begrenzung der Handelsrisiken eine elementare Rolle. Das sprichwörtliche große Los ziehen Newstrader meist nicht. Sie arbeiten – flapsig formuliert – eher nach der Redewendung „auch Kleinvieh macht Mist“. Anders gesagt, beim News-Trading sind es eher viele kleinere erfolgreiche Positionen, die am Ende zu einem höheren Gesamtgewinn führen. Dies wiederum liegt in erster Linie daran, dass einzelne Nachrichten nur in wirklichen Ausnahmefällen massive Kursbewegungen verursachen – generell ausgeschlossen ist dies nicht aber.

Durch Orderzusätze wie Stopps und Limits Verluste einschränken

Erfahrene Trader sind in der Lage, aus ihren Vorkenntnissen rund um den Markt und die Auswirkungen mit News in der Vergangenheit bereits vor Bekanntgabe der Neuigkeiten Positionen zu planen und zu eröffnen. Natürlich braucht es dafür ein besonders gutes Verständnis für die Reaktion des Marktes auf Nachrichten. Das Einbinden von Orderarten wie „Stop-Sell-Order“ oder eines „Stop-Buy“-Orderzusatzes können Positionen zudem knapp über oder unter den aktuellen Kurses gesetzt werden. Einmal mehr braucht es das nötige Fachwissen, um die Stopps nicht so zu setzen, dass schon geringfügige Bewegungen zur Auslösung der Orders führen. Beachten müssen Trader außerdem einen anderen Punkt, nämlich das Broker-Verhalten, wenn für den Markt bedeutende Meldungen veröffentlicht werden.

Aktienmarkt kann Newstradern Gelegenheiten eröffnen

Schwerpunkt bei langfristigem Newstrading sind für viele Händler die schon mehrfach erwähnten Aktien. Sie können durch „frische“ Nachrichten zwischenzeitlich unterbewertet sein, weil Meldungen zum Beispiel ein Unternehmen besonders dramatisch trifft – aber eben nur kurzfristig, während die Aktiengesellschaft auf lange Sicht kaum Auswirkungen spürt. Typische Exempel sind hier Fluglinien oder große, börsennotierte Logistikunternehmen. Streiks können hier schnell für Kurseinbrüche sorgen, die aber oft nur einige Tage spürbar sind.

Automatisierter Handel auch mit Newstrading möglich

Hilfreich beim Newstrading sind auch automatische Handelssysteme, die mit Expert Advisors arbeiten. Allerdings nur, wenn Systeme effizient genutzt werden. Kurzentschlossenes Installieren von Indikatoren, die ungeprüft auf längere Zeit verwendet werden, erweist sich als riskant. Software-Modelle, die wie der MetaTrader den Import von Nachrichten direkt aus Marktkalendern erlauben, erweisen sich in Verbindung mit sogenannten „Pending Orders“ als durchaus vielversprechender Weg zum Erfolg. Insgesamt spielt Charttechnik zwar eine kleinere Rolle als die fundamentale Analyse der Nachrichten. Nichtsdestotrotz ist die charttechnische Analyse für viele Händler dennoch relevant. Wie so häufig ist es beim Spekulieren auch im Falle des Newstradings eine Frage der richtigen Kombination verschiedener Hilfsmittel. Eindeutige Kursmarken aus Charts können dazu dienen, die Nachrichten-basierte Strategie zu optimieren.

Der passende Moment für den Ein- und Ausstieg 

Der Einsatz der Charttechnik kann helfen, sinnvolle Kursniveaus für einen Ausstieg aus Positionen zu erkennen und diese glattzustellen. Newstrader sollten sich – wie alle Händler genau überlegen, welche Regeln sie für die Verlustabsicherung auf der einen und die Gewinnmitnahme auf der anderen Seite für sich als passend empfinden. Denn angemessene Kursmarken verhindern, dass schon erreichte Gewinne wieder neutralisiert werden oder verbuchte Verluste durch falsche Deutung der Nachrichten  zu hoch ausfallen. Alles in allem ist Newstrading also gleichsam beim Aktienhandel ein interessanter Ansatz wie beim Spekulieren am Devisenmarkt oder im CFD-Bereich.

 

Ihr Sebastian Hell
Geschäftsführer QTrade
www.qtrade.de

 

28. Jul
2017

Kontratrendstrategie – Erfolgreich gegen den Trend handeln!

Geschrieben von: sebastianhell

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sebastianhell

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

irgendwann neigt sich auch die schönste Feier ihrem Ende entgegen. Was für das normale Leben gilt, trifft im gleichen Maße auf Trends am Finanzmarkt zu: Auch wenn gemeinhin davon auszugehen ist, dass einmal begonnene Trends wahrscheinliche eine Fortsetzung als einen Umbruch erleben – selbst der verlässlichste Trend neigt sich irgendwann seinem Ende entgegen. Je länger ein Trend bereits existiert, desto eher kann mit Korrekturen oder einer vollständigen Trendwende gerechnet werden. So die graue Theorie, wenn man sich an den Aussagen von Analysten orientiert. Das Spekulieren gegen Trends wird im Fachjargon gerne als Kontratrendstrategie bezeichnet. Sie gehört bei etlichen Finanzprodukten zu den Basics, auf die Händler oft schon recht früh erstmals vertrauen.

Nicht nur für die Gewinnmitnahme bestens geeignet

Aktionäre können – so möchte mancher Anleger auf den ersten Blick vielleicht glauben – im eigentlichen Sinne nur Renditen verbuchen, wenn die Kurse steigen. Diese Aussage ist zutreffend, jedoch kann es sich in diesem Bereich ebenfalls bezahlt machen, gegen aktuelle Trends zu spekulieren. Dann nämlich, wenn ich als Trader damit rechne, dass derzeitige Trends zeitnah abebben und die Kurse bald mehr oder weniger deutlich sinken werden. Durch einen rechtzeitigen Ausstieg aus Positionen können Händler einerseits spätere Verluste vermeiden und auf der anderen Seite verhindern, dass zu einem anderen Zeitpunkt mehr oder weniger schmerzliche Verluste entstehen können.

CFD-Händler profitieren oft besonders deutlich von der Strategie

Einen weitaus höheren Stellenwert hat die Kontra-Trend-Strategie (auch dies ist eine gängige Schreibweise für diesen strategischen Weg) beim Handel mit Finanzderivaten, gerade bei CFDs ist die Strategie ein gefragter Ansatz, um oft schon sehr kurzfristig Gewinne zu realisieren. Vielfach finden sich in Erklärungen zur Strategie Hinweise darauf, dass die Kontratrendstrategie vorrangig für professionelle Trader von Interesse ist. Hierzu sei schon an dieser Stelle gesagt: Die Strategie ist auf jeden Fall Profi-tauglich, jedoch können zumindest fortgeschrittene Händler ebenfalls mit diesem Modell gute Ergebnisse erreichen.

Gute Möglichkeit zur Anpassung an neue Marktbedingungen

Fragt man Einsteiger, welche Strategie die richtige ist, erhält man vielfach Sätze der Art „spekuliere niemals gegen den Trend“ als Antwort. Was aus Anfängersicht durchaus logisch klingen mag, schränkt Händler jedoch genau genommen ein. Sie nehmen sich selbst die Chance, flexibel auf mögliche kommende Szenarien am Markt zu reagieren. Es gibt diverse Handelssignale, die schon mehr oder weniger im Vorfeld darauf hindeuten, dass von einem baldigen Trendwechsel auszugehen ist. Gerade bei kurzfristigen Spekulations-Zeitfenstern kann die Kontra-Trend-Strategie Anwendung finden – dann geht es unter anderem darum, Ausbrüche aus dem bestehenden Trend als akute Umkehr zu erkennen und für sich zu nutzen.

Etliche Indikatoren helfen bei der Analyse des Marktes 

Dass CFDs und Forex-Produkte das Spekulieren auf sinkende Kurse ermöglichen, erweist sich für Nutzer der Kontratrendstrategie als positiv. Wird etwa die Trendlinie in einem Kurschart durchbrochen, kann dies ebenso für den Einsatz der Strategie sprechen wie die Erkenntnis, dass ein bestimmter Markt im Moment der Analyse überkauft ist. Ein „Run“ auf bestimmte Basiswerte oder Märkte legt ebenfalls die Vermutung nahe, ein Trend könnte zeitnah kurz- oder sogar langfristig vor seiner Umkehr stehen. Neben den genannten Trendlinien sind auch die sogenannten Kreuzwiderstände wichtige Hinweisgeber im Zusammenhang mit der Kontra-Trend-Strategie.

Was aber spricht nun für die „Strategie gegen den Trend“ und welche Eigenschaften zeichnet sie aus. Auch negative Merkmale bleiben in der Bewertung nicht unerwähnt.

Unsere Übersicht der wichtigsten Details:

  1. Strategie hilft beim Erkennen von Trendkorrekturen in aktuellen Trends
  2. Analyse weist auf einen Trendbruch oder eine Trendumkehr hin
  3. Sinnvolle Einstiegsmomente erkennen Trader durch die Chart- und Markttechnische Analyse

Kurzfristhandel eröffnet ebenfalls Chancen für die strategische Anwendung

Ein Argument gegen die Verwendung der Kontratrendstrategie ist aus professioneller Sicht, dass Händler oft eher überschaubare Renditen mitnehmen können. Auch ist die Trefferquote meist nicht so hoch angesiedelt wie beispielsweise bei der Trendfolgestrategie. Die Erfolgsquoten fallen vielfach gerade im Bereich des Kurzfristhandels und Daytrading durchschnittlich aus. Hohes Risiko ohne üppige Gewinnaussichten? Dies ist das Argument, dass von Kritikern gerne gegen die Kontra-Trend-Strategie ins Feld geführt wird.

Allerdings können Trader bei hoch volatilen Underlyings (Basiswerten) wie Rohstoffen und Währungen letztlich doch im Erfolgsfall auf hohe Gewinne hoffen, wenn sie einen Trendwechsel oder eine Trendkorrektur richtig vorhergesehen haben.

Die Funktionsweise der Kontratrendstrategie im Detail

Um mit der Strategie gewinnbringend spekulieren zu können, braucht es logischerweise die Mitarbeit des Marktes. Er muss sich in die entgegengesetzte Richtung eines aktuellen Trends entwickeln, wobei diese Marschrichtung wie gesagt nicht unbedingt so deutlich ausfallen muss, dass sie auch für jeden Laien ohne umfassende charttechnische Analysen erkennbar ist. Zu sagen ist außerdem, dass es erst einmal unerheblich ist, ob die Veränderung nur einer vorübergehenden Korrektur oder einem echten Trendwechsel geschuldet ist. Es geht vielmehr zunächst um die Bewegung als solche, um überhaupt eine Veränderung gegen die bisherige Trendrichtung zu erkennen.

Fassen wir nochmals wichtige Kriterien zusammen, die für einen wahrscheinlichen Ausbruch aus dem Trend oder einen vollständigen Kurswechsel sprechen können:

-        durchbrochene Trendlinien

-        Widerstände (in besonderer Kreuzwiderstände)

-        überhitzte/überkaufte Märkte

Eine enorme Nachfrage an einem Markt oder bei einem bestimmten Basiswert lässt sich nicht in jedem Fall rational begründen. Mitunter schwimmen so viele Trader mit der Masse, dass Werte überkauft sind. Schwarmverhalten lässt sich nun einmal nicht immer rational begründen und verläuft teilweise anders, als es eine objektive Analyse eigentlich nahelegen würde. Wird dies für Anleger offensichtlich, entledigen sie sich im eigenen Interesse von den betroffenen Positionen. Dies hat unweigerlich Korrekturen oder Trendwechsel in mehr oder weniger gravierendem Maße zur Folge.

Kurskorrekturen in aktuellen Trends können ebenfalls auftreten

Wissen sollten Händler ebenso, dass eine Kursbewegung gegen einen Trend wahrscheinlich wird, wenn der Markt/Basiswert knapp unter einem Widerstand im Kurschart verweilt. Ein eindeutiger Widerstand erweist sich für die Analyse als besonders Händler-freundlich. Zeichnet sich gar ein Kreuzwiderstand (bestehend aus einem wiederholt geprüften horizontalem Widerstand sowie der hohen Trendkanallinie) ab, gelingt die Analyse besonders erfolgreich. Das Durchbrechen einer aktuellen Trendlinie spricht weiterhin für das Traden gegen einen Trend – selbst wenn nicht zwingend von einem endgültigen Ende des Trends auszugehen ist.

Gutes Marktverständnis erlaubt Händlern auch akute Orders

Wie schon erwähnt stehen die Chancen ausgesprochen gut, dass es innerhalb eines Haupttrends gelegentliche Unterbrechungen geben wird, die als eine Art Gegentrend bewertet werden können. Dies kann im Grunde sogar schon kurz (30 bis 60 Minuten) nach dem Entstehen des Haupttrends passieren. Für Trader, die schnell reagieren können, sind diese Gegenbewegungen gute Gelegenheiten. Damit es zu einer „echten“ Trendumkehr kommen kann, müssen einigen Bedingungen erfüllt sein, wobei nicht alle Voraussetzungen gleichzeitig auftreten müssen. Ein wichtiger Faktor für die Anwendung der Kontra Trend Strategie bei an sich steigenden Kursen ist ein reduziertes Handelsvolumen, wenngleich der Kurs als solcher weitere Hochs erkennen lässt.

Trendwende kann verschiedene Ursachen haben

Indikatoren wie OHLC-Stäbe oder Candlesticks gehören zu den Hinweisgebern, die im Einzelfall auf die Umkehr des Trends schließen lassen können. Hier geht es um die Analyse der Farbgebung in Charts. Niedrige Schluss- als Eröffnungskurse sind ein gutes Indiz für eine mögliche Trendumkehr. Weiterhin kann es dazu kommen, dass Trendindikatoren und Underlyings-Kurse nicht im Einklang miteinander stehen – auch dies kann beim Einsatz einer Handelssoftware im Rahmen der Kontratrendstrategie für das Ende eines Trends und den Beginn eines neuen sprechen.

Gezielte Strategie-Anwendung definiert den Handelserfolg

Wichtig ist bei Anwendung der Kontratrendstrategie, dass sich Händler der besonderen Bedingungen in bestimmten Bereichen des Finanzmarktes bewusst sind. So gibt es wie eingangs angeführt beim direkten Aktienhandel nur die Chance, bei steigenden Kursen Gewinne mitzunehmen. Beim Derivathandel hingegen können Trader gezielt durch Spekulationen auf sinkende Kurse wetten und auf diese Weise Renditen realisieren. Bei diesem Ansatz wiederum können auch Aktien als Basiswerte dienen. Wir haben erkannt: Der Gedankengang „The trend is your friend“ ist keineswegs der einzige strategische Weg, der Marktteilnehmer zum Ziel führen kann.

Wer Handelssignale zu interpretieren weiß, kann durch das Handeln mit der Kontratrendstrategie durchaus erkleckliche Ergebnisse erreichen, die das Guthaben auf dem Handelskonto nach und nach steigen lassen. Durch ein konsequentes Risiko- und Moneymanagement ist die Strategie im gleichen Maße für Anfänger als auch für Profi-Trader geeignet.

Ihr Sebastian Hell
Geschäftsführer QTrade
www.qtrade.de

 

10. Jul
2017

Fracking/Saudis/Russen - Wer profitiert vom Ölpreisverfall?

Geschrieben von: sebastianhell

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sebastianhell

2014 war für die Ölwirtschaft ein Schicksalsjahr. Das Ölpreisumfeld war in diesem Jahr zwar noch hochlukrativ, aber dadurch waren auch einige neue Produzenten auf den Plan getreten. Vor allem in Nordamerika geschah Erstaunliches. Dort erschien dank der Fracking-Technologien urplötzlich eine ganz neue Ölindustrie auf der Bildfläche.

Den konventionellen Ölnationen begann damals zu dämmern, dass diese Entwicklung nichts Gutes für sie bedeutete. Einer ihrer wichtigsten Akteure, der saudi-arabische Ölminister Ali al-Naimi, erkannte illusionslos, dass die OPEC-Staaten hier nicht tatenlos zusehen konnten. Er war davon überzeugt, dass der Fracking-Boom durch einen gnadenlosen Preiskampf im Keim erstickt werden musste. Deshalb tat er 2014 das aus seiner Sicht Unumgängliche: Er erklärte, dass die OPEC ihre Förderung nicht drosseln, sondern stattdessen ihren „Marktanteil verteidigen“ werde. Trotz einer beachtlichen Überversorgung des Weltmarkts förderte das Kartell daraufhin Öl, als ob es kein Morgen gäbe.

Unterbietungswettlauf

Die Folgen sind bekannt: Der Ölpreis (WTI) brach von über 100 Dollar pro Barrel im Sommer 2014 auf nur noch 30 Dollar im Januar 2016 ein. Der Fracking-Industrie hat die OPEC dadurch einen schweren Schlag versetzt. Über 100 nordamerikanische Ölunternehmen gingen seither pleite, die übermütigen Investoren erlitten Milliardenverluste und es gab zwischenzeitlich so gut wie keine Finanzierungen für neue Projekte mehr. Anfang 2016 sah es ganz so aus, als wäre der Großteil des Fracking-Sektors wirklich irreparabel beschädigt und hätte kaum noch eine Zukunft.

Der Ölpreisverfall ging aber auch den klassischen Förderländern zunehmend an die Substanz. Saudi-Arabien ist dafür ein Paradebeispiel. Das Land, das zuvor vor Geld nur so strotzte, wies 2015 plötzlich ein Haushaltsdefizit von fast 100 Milliarden Dollar aus, und musste ein Jahr später erstmals in seiner Geschichte den Kapitalmarkt anzapfen. Es hat inzwischen außerdem schon mehr als ein Drittel seiner Währungsreserven verbrannt, die 2014 noch bei 750 Milliarden Dollar lagen. Andere Ölförderländer wie Russland, Nigeria oder Venezuela hat der Preisschock noch stärker getroffen. Die OPEC brach ihre Preiskampf-Strategie deshalb 2016 auf halbem Wege wieder ab. Ali al-Naimi befindet sich mittlerweile im wohlverdienten Ruhestand, und sein Nachfolger Khalid Al-Falih schickte sich umgehend an, zusammen mit Russland dann doch eine Förderdrosselung zu koordinieren. Der Preis für die Verteidigung ihres Marktanteils wurde den großen Ölnationen schlichtweg zu hoch.

Nicht kaputt zu kriegen

Die Maßnahmen zur Marktstabilisierung blieben natürlich nicht ohne Wirkung. WTI-Rohöl erholte sich zunächst deutlich und pendelte sich dann vor gut einem Jahr wieder zwischen 45 und 55 Dollar pro Barrel ein. Viele Anleger glauben, dass diese Spanne einem neuen Gleichgewichtspreis entspricht, der in etwa die Marktgegebenheiten widerspiegelt. Kurzfristig mag dies zutreffen. Man darf aber nicht übersehen, dass die OPEC ihr Kernziel von 2014 faktisch aufgegeben hat – nämlich der Fracking-Konkurrenz den Garaus zu machen. Und das bleibt nicht folgenlos. Denn auch die amerikanische Fracking-Industrie profitiert von den wieder gestiegenen Preisen. Sie hat die Krise überlebt und kehrt gerade mit voller Kraft zurück.

Zurzeit liegt die amerikanische Frack-Öl-Produktion schon wieder bei 9,3 Millionen Barrel pro Tag, und damit 700.000 Barrel über dem Tiefstand vom vergangenen Herbst. Die Internationale Energieagentur rechnet damit, dass sie bis zum Jahresende um weitere 430.000 Barrel pro Tag zulegen wird. Für 2018 gehen die Schätzungen zwar auseinander. Analysten erwarten aber im Durchschnitt einen weiteren Zuwachs um knapp 800.000 Barrel allein aus der US-Fracking-Industrie, und die Gesamtförderung in allen Ländern außerhalb der OPEC soll sogar um 1,5 Millionen Barrel steigen. Hinzu kommt, dass die Schieferölunternehmen ihre Kosten inzwischen deutlich drücken konnten, und dass bei den neuen Förderstätten ein Teil der Erschließungskosten ohnehin schon ausgegeben wurde. Das bedeutet, dass die Projekte auch dann in Produktion gehen werden, wenn sich Öl auf nur noch 40 Dollar verbilligt. Wenn die OPEC also nicht reagiert, dann wird der globale Ölmarkt in den nächsten ein bis zwei Jahren wieder überversorgt sein – und zwar selbst dann, wenn der Ölpreis jetzt noch weiter fällt.

Das Dilemma

Um nicht missverstanden zu werden: Ein Umfeld mit Preisen von 40 Dollar oder weniger pro Barrel ist natürlich auch für die Fracking-Industrie nicht die beste aller Welten. Der jüngste Preisrutsch hat die Aktivitäten in den USA letzte Woche schon wieder leicht zurückgehen lassen (nachdem die Zahl der neuen Bohrlöcher zuvor allerdings 23 Wochen in Folge gestiegen war). Das Problem der OPEC ist nur: Solche Preise sind inzwischen nicht mehr niedrig genug, um die unliebsame Konkurrenz dauerhaft von der Landkarte zu tilgen. Das Kartell hat deshalb in den nächsten Monaten nur zwei Möglichkeiten. Entweder lässt es den Dingen seinen Lauf und riskiert einen neuen, signifikanten Preisverfall. Oder aber, es gelingt ihm, mit weiteren Förderbeschränkungen den Markt doch noch irgendwie zu stabilisieren. Jede nennenswerte Preiserholung würde aber die Fracking-Szene zu noch höheren Investitionen ermutigen – und damit die Überproduktion nur noch mehr anheizen.

So oder so steckt die Ölwirtschaft also in einem bösen Dilemma, und eine nachhaltige Erholung des Ölpreises erscheint vorerst nur schwer vorstellbar. Das macht Ölaktien und andere Ölinvestments fürs Erste nicht besonders attraktiv. Anleger müssen deshalb aber nicht untätig bleiben, denn das vorliegende Szenario ist zwar schlecht für den Rohölsektor; es eröffnet aber andernorts Chancen und Einstiegsmöglichkeiten:

  1. Kurzfristige Erholungsbewegungen verkaufen

Auch wenn die fundamentale Situation nicht ansprechend ist, war Rohöl zuletzt technisch überverkauft. Dadurch kann es zu kurzen, starken Gegenreaktionen kommen, für die schon relativ unbedeutende Impulse von der Nachrichtenseite her ausreichen (US-Lagerbestände, Nachfrage aus China, Förderausfälle in Krisenländern etc.). Wir halten es aber für relativ unwahrscheinlich, dass diese Gegenreaktionen lange Bestand haben werden. Stattdessen dürfte der Ölpreis bald wieder in die derzeitige Abwärtsbewegung einschwenken. Je mehr er sich zwischenzeitlich erholt, desto mehr nimmt die Fallhöhe zu – und damit die Möglichkeit, Gewinne mit entsprechenden Short-Wetten zu erzielen.

  1. Gewinner auf Länderebene – die Ölimporteure

Fallende Ölpreise werden von den Anlegern häufig als konjunkturelles Warnsignal gedeutet. In der Vergangenheit korrelierten vor allem die Emerging Markets oft mit der Ölpreisentwicklung. Eine solche Sichtweise greift aber zu kurz; der vermeintliche Zusammenhang zwischen dem Ölpreis und der wirtschaftlichen Entwicklung in den Schwellenländern wird von der Realität nicht bestätigt.

Zweifelsohne sind gerade in den Emerging Markets einige Länder stark von der Ölpreisentwicklung abhängig (Saudi-Arabien, Malaysia, Russland etc.). Umgekehrt gibt es aber viele Länder, die Öl importieren müssen, und die deshalb von fallenden Ölpreisen profitieren. Das ist nicht nur in vielen Industrienationen so (Japan, Europäische Union), sondern auch in einer nicht unerheblichen Zahl von Schwellenländern. In einigen Emerging Markets, die Öl importieren müssen, fällt der Wohlfahrtseffekt fallender Ölpreise sogar besonders stark aus. Das liegt unter anderem daran, dass dort viel energieintensive Produktion stattfindet oder dass der Anteil der Energiekosten an den gesamten Wertschöpfungskosten vergleichsweise hoch ist.

Zu den Schwellenländern, die Öl importieren müssen und deshalb von einem fallenden Ölpreis profitieren, gehören insbesondere China und Indien, daneben Thailand, Südkorea, die Türkei und zahlreiche ehemalige Ostblock-Staaten. Interessant sind unter anderem Branchen mit energieintensiven Produktionsprozessen. Hier sollte der positive Effekt auf die Gewinnmargen demnächst sogar besonders stark ausfallen, da zeitgleich mit dem fallenden Ölpreis zurzeit weltweit eine freundliche Konjunkturentwicklung erwartet wird.

Beobachtet werden sollten in solchen Ländern aber auch Sektoren wie der Einzelhandel. Je weniger die Verbraucher in den Schwellenländern für Öl und Benzin ausgeben müssen, desto mehr andere Konsumgüter können sie sich leisten.

  1. Exportaktien aus ölreichen Ländern

Fällt der Ölpreis, dann geraten oft nicht nur die Aktienmärkte von Ölfördernationen unter Druck, sondern auch deren Währungen. Die Anleger befürchten schließlich, dass sich durch niedrigere Öleinnahmen die Handelsbilanzen dieser Länder verschlechtern, und dass sie dadurch unter Umständen in Krisen geraten. Aus diesem Grund werden dann auch Aktien von Unternehmen außerhalb des Ölsektors mit nach unten gerissen – auch wenn diese Gesellschaften vom fallenden Ölpreis gar nicht betroffen sind oder unter Umständen sogar davon profitieren.

Vielversprechend sind in solchen Marktlagen Aktien von Exportunternehmen außerhalb des Ölsektors. So konnten 2015 beispielsweise einige russische Gesellschaften ihre Gewinne deutlich steigern, da sich der Rubel wegen des gefallenen Ölpreises (und der Sanktionen) stark verbilligt hatte. Allerdings ist in solchen Konstellationen darauf zu achten, dass die Zielunternehmen nicht allzu hoch in fremder Währung verschuldet sein sollten.

  1. Ölgesellschaften mit fallenden Produktionskosten

Öl wird auf dem Weltmarkt in US-Dollar abgerechnet, so dass fallende Ölpreise die Produzenten aus dem Dollarraum besonders hart treffen. Bei Unternehmen aus den Emerging Markets relativiert sich der Effekt eines fallenden Ölpreises dagegen häufig. Denn sobald die Währungen dieser Länder – bedingt durch den fallenden Ölpreis – nach unten gehen, verringern sich auch die Produktionskosten der dort aktiven Ölgesellschaften.

Ein besonders gutes Beispiel dafür bot der russische Ölsektor während des letzten Ölpreisverfalls von Mitte 2014 bis Ende 2015. Die Förderkosten der russischen Ölkonzerne – die größtenteils in Rubel anfielen – gingen in diesem Zeitraum um knapp 35 Prozent zurück. Der Rubelverfall verschaffte also Russlands Ölgesellschaften, die ohnehin schon sehr günstig produzierten, während der Krise noch einen zusätzlichen Wettbewerbsvorteil.

  1. Von der Krise zum Boom – die Überlebenden einsammeln

So düster die Aussichten für die Ölwirtschaft zunächst auch sind – auf lange Sicht steht ihr vermutlich noch einmal ein großer Boom bevor. Dabei gilt paradoxerweise: Je schlimmer die derzeitige Branchenkrise wird und je länger sie dauert, desto stärker wird die anschließende Erholung ausfallen. Das liegt an der unbestreitbar zyklischen Natur des Ölsektors.

Zurzeit fluten die Produzenten die Welt mit billigem Öl – und jeder kurzfristige Ölpreisanstieg verstärkt das Überangebot nur noch. Auf lange Sicht ist es aber eben doch so, dass sich das Angebot wieder verknappen wird. Denn die Krise des Sektors führt schon jetzt dazu, dass die Investitionen zur Erschließung neuer Vorkommen merklich zurückgehen. Diese Großinvestitionen werden aber gebraucht, damit der Weltbedarf, der bei fast 100 Millionen Barrel Öl pro Tag liegt, auch in Zukunft gedeckt werden kann.

Die amerikanischen Schieferöl-Förderer haben ihre Explorationsausgaben zwar erhöht. Damit stehen sie aber fast allein auf weiter Flur. Bei konventionellen Projekten und vor allem bei Offshore-Projekten gehen die Investitionen schon seit Jahren zurück, und die IEA befürchtet, dass sie 2017 nur noch auf der Hälfte des 2014 erreichten Niveaus liegen werden. Diese Zurückhaltung hat Folgen: Die neuen Förderprojekte, die die konventionellen Produzenten im vergangenen Jahr gestartet haben, umfassten nur noch 4,7 Milliarden Barrel, und damit 30 Prozent weniger als im Vorjahr. Und die neu entdeckten Vorkommen lagen im vergangenen Jahr sogar nur noch bei verschwindend geringen 2,4 Milliarden Barrel. In den 15 Jahren zuvor befand sich dieser Wert noch bei durchschnittlich 9 Milliarden Barrel.

Die Chance, die sich daraus ergibt, lässt sich relativ klar umreißen: Wer sich als Anleger noch eine Weile gedulden kann, der wird früher oder später gute Ölaktien zu günstigen Preisen finden, die sich im anschließenden Öl-Boom dann gut entwickeln sollten. Entscheidend ist hier aber die Titelselektion. Es macht beispielsweise keinen Sinn, sich mit Aktien von Unternehmen einzudecken, deren Projektbestand zu hohe Förderkosten aufweist. Und die jeweilige Ölgesellschaft sollte die Krise auch in einer relativ guten finanziellen Verfassung überstanden haben. Ansonsten wird sie vom anschließenden Aufschwung nur noch partiell profitieren.

P.S.: Für alle hier getroffenen Prognosen gilt die Ceteris-Paribus-Annahme. Der Ölpreis ist nicht der einzige Faktor, der die Kurse in den genannten Ländern und Sektoren in den nächsten Jahren bestimmen wird, und sein Einfluss kann durch andere Entwicklungen überlagert werden.

 

Ihr Sebastian Hell
www.qtrade.de

28. Jun
2017

Schwellenländer – die Anlegerchance in schwierigen Zeiten?

Geschrieben von: sebastianhell

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sebastianhell

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

etliche sogenannte Schwellenländer haben ihren Namen nach Aussicht von Experten eigentlich gar nicht mehr verdient. Der Grund: Staaten wie China haben längst die Grenze vom Schwellenland hin zur führenden Wirtschaftsmacht überschritten. Auch in anderen Ländern wie Brasilien und Indien sah die Lage zumindest zwischenzeitlich ausgesprochen gut aus, während mancherorts wieder Probleme aufgetreten sind. Gerade viele private Bankenhäuser wissen, dass Schwellenländer für den internationalen Kapitalmarkt eine stetig wachsende Bedeutung haben. Verschiedene Fonds haben schon vor Jahren eine Art Vorreiterrolle übernommen. Doch welche Chancen existieren an den „Emerging Markets“ für Privatanleger und lohnt sich der Einstieg überhaupt?

Private Anleger längst nicht mehr auf die Heimatmärkte beschränkt

Analysten würden zunächst einmal mitteilen: Mit der richtigen Anlagestrategie bietet der Markt im eigentlichen Sinne immer Gelegenheiten, die nur darauf warten, erkannt und genutzt zu werden. Die Zeiten, in denen Anleger ausschließlich am heimischen Markt spekulieren, gehören inzwischen weitgehend der Vergangenheit an. Viele private Investoren schauen nur allzu gerne über den sprichwörtlichen Tellerrand, um dort nach Alternativen Ausschau zu halten. Denn der Heimatmarkt befindet sich regelmäßig in Seitwärtsphasen. Diese sind zumindest für Aktionäre nicht unbedingt ein idealer Nährboden für konstante Erfolge. Geeignete Schwellenländer finden sich nicht allein in Asien, sondern gleichermaßen in Osteuropa oder Lateinamerika.

Brasilien ist eines der oft genannten Beispiele, das trotz aller dortigen wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten vor Ort in Experten-Bewertungen oft als interessanter Emerging Market Erwähnung findet.

Analytische Produktauswahl muss die Grundlage sein

Wichtig ist allgemein eine gute Fundamentalanalyse, die bei der Produktauswahl ohnehin immer zusammen mit der Chartanalyse im Zentrum stehen sollte. Und Anleger sollten abwägen, über welchen Zeitraum sie sich an Investitionen binden möchten. Richtig ist – abseits von Spekulationsmodellen wie binären Optionen oder Differenzkontrakten, die in jeder Phase des Marktes einen Einstieg erlauben –, dass Investitionen in Schwellenländern in aller Regel ein gesundes Durchhaltevermögen aufbringen müssen.

Brasiliens Markt als Beispiel für Entwicklungen in Südamerika

Die aktuelle Situation in Südamerika zeigt, dass es immer wieder Rückschläge geben kann. So befindet sich Brasilien, das oft und gerne als Paradebeispiel eines Schwellenlandes auf dem südamerikanischen Kontinent genannt wird, im Moment abermals auf dem Weg in eine Staatskrise. Die Folge könnten aufgrund der geografischen und politischen Nähe auch Probleme in den Nachbarstaaten sein. Besagte brasilianische Krise machte sich in den vergangenen Wochen auch an der Börse deutlich bemerkbar. Ein großes Problem vor Ort ist insbesondere das Thema Korruption rund um den Präsidenten Brasiliens. Den Aktienkursen setzten die Meldungen ordentlich zu, auch in anderen Ländern Südamerikas spürten Anleger den Gegenwind. Gut zehn Prozent büßte Brasiliens Börsenindex Bovespa in kurzer Zeit ein.

Und das nach einer eindrucksvollen Kursrallye, in deren Verlauf der Index innerhalb eines Jahres etwa 25 Prozent gelegt hatte. Die Verantwortlichen an der Börse sahen sich gar gezwungen, den Handel zeitweise auszusetzen, um Schlimmeres zu verhindern. Das Dilemma der Entwicklungen: Lateinamerika hatte sich gerade erst von den vergangenen Krisen erholt. Dabei hatten viele Beobachter zuletzt für Brasilien und Argentinien eine positive Entwicklung prognostiziert. Nun stehen die Zeichen also vorerst wieder auf Sturm. Den Politskandalen sei Dank.

Den richtigen Moment für den Ausstieg erkennen und nutzen

Fehlende Geduld und allzu hohe Anfälligkeit für Kursschlussreaktionen auf Seiten der Anleger spricht also generell eher gegen Investments in Schwellenländern. Von Zeit zu Zeit braucht es Sitzfleisch, um Krisen im wahrsten Sinne des Wortes auszusitzen. Beispielhaft seien Schwellenländerfonds genannt. Nachdem Anfang des Jahres 2016 der Tiefststand nach einigen Jahren erreicht worden war, stieg die Nachfrage mittlerweile wieder merklich an. Eine interessante Erkenntnis ergibt sich, schaut man sich die langfristigen Entwicklungen der Emerging Markets an. Schon 2013 hatte es wiederholt Warnungen gegeben, die auf die schwache brasilianische Währung hinwiesen. Damals waren viele sicherheitsliebende Anleger ausgestiegen – und hatten dabei gute Chancen verpasst. Auch im Größeren betrachtet hätten Anleger gute Gewinne mitnehmen können.

Auch Indien und China erleben seit langem Höhenflüge

Der MSCI Emerging Markets etwa erlebte einen Boom, der ihm von 2013 bis heute einen Zuwachs um fast 40 Prozente einbrachte. Einmal mehr es vor allem die Volksrepublik China, die an vorderster Stelle der Sieger steht. Der Markt verbuchte ein Plus von 50 Prozent seit dem genannten Zeitpunkt. Anleger, die sich auf den indischen Markt konzentrierten, waren vom Glück besonders verwöhnt. Hier belief sich der Anstieg der Kurse im Schnitt sogar auf deutlich mehr als 130 Prozent. Es zeigt sich damit wieder einmal, wie erfolgversprechend das Schwimmen gegen den Strom im richtigen Moment sein kann. Antizyklisches Spekulieren ist beim Blick auf die Emerging Markets in diesem Zusammenhang eines der wichtigsten Stichworte. Fraglos müssen Anleger dabei jederzeit die große Volatilität im Blick haben, die an den Wachstumsmärkten vielerorts allgegenwärtig ist.

Risikobereitschaft wirkt sich positiv auf Renditechancen aus

Doch sie ist nicht nur als Risiko, sondern gerade als Chance für neugierige Aktionäre zu sehen. Zumal ein höheres Risiko bekanntlich fast immer mit überdurchschnittlichen Renditen einhergeht. Anleger, die ihr Portfolio entsprechend weit gefächert aufstellen, können durch diese Diversifikation außerdem selbst dafür sorgen, Risiken von Anfang an zu begrenzen. Der bereits angesprochene MSCI Emerging Markets umfasst bereits eine gute Streuung, da der Fonds den gesamten Markt umfasst, statt sich auf eine bestimmte Region zu beschränken. Allgemein haben sich Investments in Aktien von Schwellenland-Märkten im ersten Halbjahr 2017 gelohnt. Der MSCI EM für die Region legte bis Ende Mai um über 14 Prozent zu. Der MSCI China gewann mehr als 23 Prozent. Obwohl die Märkte in verschiedenen Industrieländern keine wirklich schlechten Entwicklungen aufwies, fallen die Ergebnisse etlicher Schwellenländer trotzdem besser aus.

Etliche Schwellenländer eignen sich für Investments

Erstmals seit dem Jahr 2010 zeichnet sich momentan ein schnelleres Wachstum an den Emerging Markets ab. Auch die globale Wirtschaftslage kann davon profitieren. Zuvor hatte die weltweite Finanzkrise insbesondere an den Wachstumsmärkten teils dramatische Spuren hinterlassen – zum Beispiel mit Rezessionen und Einbrüchen bei den Preisen für Rohstoffe. Das vor einiger Zeit eingeläutete Ende der Schwächephasen bietet Anlegern nun Chancen, die nicht allein in Brasilien und China lauern. Auch Russland oder Staaten Afrika befinden sich im Aufwind, was die Vorhersagen des Internationalen Währungsfonds (IWF) bestätigen. Von einem „Comeback der Emerging Markets“ zu sprechen, scheint also also nicht aus der Luft gegriffen. Für potentielle Investoren ist es nun, zu erkennen, dass die aktuellen Entwicklungen erst der Anfang sind. Garantien gibt es nicht, gute Aussichten aber schon.

Die kommenden politischen Veränderungen, mögliche Überschuldungen und andere Faktoren – dies alles wird mitentscheiden, in welchem Umfang Anleger in den Genuss von Gewinnen kommen. Teil des Portfolios als Ansatz zur Beimischung gut diversifizierter Depots sollten die Schwellenländer immer sein, ganz gleich ob dies über ETFs, Aktien, Fonds oder andere Produkte geschieht.

Ihr Sebastian Hell
Geschäftsführer QTrade

www.qtrade.de