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21. Jun
2017

Seltene Erden – lohnendes Investment für jeden Anleger?

Geschrieben von: sebastianhell

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sebastianhell

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

der Begriff der Seltenen Erden geistert seit etlichen Jahren durch die Medien und Fachportale, in denen sich Experten mit spannenden Investmentmodellen auseinandersetzen. Es gibt eine ganze Reihe sogenannter Seltenerdmetalle, die vor allem in der Industrie auf einen steigenden Bedarf stoßen. Die Herstellung von Bildschirmen, Computern, Smartphones ist ein Bereich, in dem die Metalle verwendet werden. Aber auch die Automobilindustrie ist auf die Materialien angewiesen, gleiches gilt für Unternehmen aus den Sparten Windkraft- und Solaranlagenbau. Die Frage nun ist: Eignen sich Seltene Erden tatsächlich als Anlageklasse für normale Anleger? Und auf welchem Wege können Gelder investiert werden?

Sieht man sich an, dass der weltweite Umsatz in dieser Bereich des Finanzmarktes inzwischen in einer Größenordnung von einigen Billionen Euro angesiedelt ist, zeigt bereits, dass es sich durchaus um einen chancenreichen Sektor handelt, mit dem sich potentielle Investoren befassen sollten.

Liste der Metalle wird nach und nach erweitert

Aber der Reihe nach. Zunächst gilt es zu hinterfragen, welche Stoffe zu den Selten Erden gehören. Zu nennen sind das insbesondere in der Magnetindustrie benötigte Neodym. Yttrium, Terbium, Europium und Gadolinium sind weitere Metalle, die sich dieser Klasse zuordnen lassen. Insgesamt gibt es 17 Elemente, die gemeinsam den engen Kreis der Seltenen Erden bilden. Im weiteren Sinne kann mittlerweile von 30 Elementen gesprochen werden, da die Gruppe über die Jahre durch weitere exotische Metalle ergänzt wurde. Medial wird wohl Uran und Plutonium die größte Aufmerksamkeit zuteil.

Chinas Führungsrolle auf lange Sicht garantiert

Der Boom in diesem Umfeld des Marktes begann Anfang der 1990er Jahre. Schon damals war es vorrangig die Volksrepublik China, der die Vorreiterrolle zukam. Damals wie heute dominiert das Reich der Mitte den Sektor der Seltenen Erden – schlicht und ergreifend dank der hohen Ressourcen, die das Land vorweisen kann. Gewissermaßen sind die raren Metalle das Öl Chinas. Wiederholt realisierte China künstliche Verknappungen, um so die globalen Preise steigen zu lassen.

Die Option des Direktkaufs Seltener Erde

Ein physischer Kauf kann über spezielle Metallhändler getätigt werden, sollten sich Anleger für das Direktinvestment entscheiden. „Direkt“ bedeutet in diesem Kontext allerdings vielfach, dass nicht in die eigentlichen Metalle, sondern in die auf ihnen basierenden Oxide investiert wird. Viele Anleger werden diese Ansatz möglicherweise aufgrund des hohen erforderlichen Kapitaleinsatzes eher nicht für geeignet halten. Gerade für Privatanleger lohnt sich die Anschaffung nicht unbedingt, auch wenn dennoch mancher Investor diesen Weg beschreitet. Was es dann in erster Linie braucht, ist Geduld. Denn akute Preisausbrüche sind nicht zwingend zu erwarten. Auch müssen Anleger um mögliche Gefahren für die eigene Gesundheit wissen, die im Rahmen einer unsachgemäßen Aufbewahrung existieren können.

Nichtsdestotrotz kann sich ein Kauf lohnen, wenn Anleger die nötige Geduld aufbringen und auf die professionelle Lagerung durch spezialisierte Dienstleister vertrauen. Denn die Ressourcen sind begrenzt, während der Bedarf in den verschiedenen Branchen konstant steigt. Der zunehmenden Digitalisierung und der Entwicklung neuer Technologien (wichtige Stichworte: Hybrid-Fahrzeuge, moderne Katalysatorentechnologie oder Weltraumforschung) sei Dank. In immer mehr Produkten kommen Seltene Erden zum Einsatz, was früher oder später weitere Kursexplosionen nach sich ziehen wird.

Welche Möglichkeiten zur Partizipation an Kursanstiegen habe ich?

Neben den genannten Direktinvestments haben Interessenten zudem die Chance, zum Beispiel Geld in Aktien von Minengesellschaften zu investieren, wie man es auch von den Rohstoffen Gold und Silber kennt. Neben den Förderunternehmen Chinas stehen auch Wertpapiere von Förderern aus den USA, Australien und anderen Staaten zur Disposition. Die unbestrittene Nummer 1 aber bleibt China. Abwägen sollten interessierte Anleger, wie es um die Liquidität der infrage kommenden Aktienwerte steht und an welchem Markt sie gehandelt werden.

Interessante Zertifikate und Fonds im Themenzusammenhang

Neben Aktien können Anleger zunehmend auch und gerade im Bereich der Derivate mit guten Auswahlmöglichkeiten spekulieren. Zertifikate wie Partizipations-Zertifikate oder Index-Zertifikate, die gezielt auf diese Art Rohstoffe emittiert werden, sind ein Weg, der sich neben dem Aktienhandel in Verbindung mit Seltenen Erden zunehmend etablieren. Der offensichtliche Vorteil besteht hier darin, dass die Mindestanforderungen an Spekulanten vergleichsweise gering ausfallen während es beim Direktkauf wie auch dem Einstieg am Aktienmarkt recht teuer werden kann – je nachdem, für welche Produkte sich Anleger letztlich genau entscheiden.

Fonds mit mehr oder weniger direktem Bezug zu Seltenen Erden sind ein anderer Ansatz, an den positiven Entwicklungen der Branche teilzuhaben. Zu nennen sind dabei zudem Börsengehandelte Fonds, sogenannte ETFs. Sie konnten in den vergangenen Jahren ebenfalls immer mehr Fans von sich überzeugen, da sie aus gutem Grund als relativ, günstig und transparent gelten. Kundengelder werden recht außerdem als Sondervermögen gewertet, sodass kein Emittentenrisiko zu berücksichtigen ist, das Anlegern sonst beispielsweise bei Aktien, Fonds und Zertifikaten im Hinterkopf behalten müssen.

Schwingende Ressourcen lassen neue Branchen entstehen

Die Tatsache, dass die natürlichen Bestände für Seltene Erden begrenzt sind und in einigen Fällen schon das Ende der Fördermöglichkeiten in Sicht ist, ruft noch eine andere Branche auf den Plan. Gemeint ist an dieser Stelle das Recycling-Business, in dessen Umfeld sich ständig neue Anbieter tummeln, um mitzuverdienen. Aktien dieser Unternehmen können ebenfalls eine Alternative sein, um auf den Trend aufzuspringen und überdurchschnittliche Renditen zu erreichen. Wichtig ist dabei natürlich, dass die Aktiengesellschaften rentabel wirtschaften die Wertpapiere eine ausreichende Liquidität aufweisen. Viele Anbieter der Branche haben ihren Sitz übrigens innerhalb Europas. Sie haben aus der Not eine Tugend gemacht, da auf dem europäischen Kontinent nur überschaubare Reserven abgebaut werden können.

Bald CFDs und Binäroptionen auf Seltene Erden handeln?

Unklar ist am Ende, wie sich der Derivathandel in den Bereichen Optionen, CFDs und Co entwickeln wird. Zwar können Rohstoffe wie Gold, Silber und teils auch Palladium oder Platin als Underlyings beim Handel binärer Optionen oder Differenzkontrakte dienen – Seltene Erden sind bisher aber nur in Ausnahmefällen Bestandteil der Vermögenswerte-Listen der Broker aus dem Aus- und Inland. Denkbar aber ist, dass es in diesem Sektor angesichts der Kursgewinne schon in naher Zukunft einige Erweiterungen der Geschäftsmodelle geben wird. Ganz im Sinne der Anleger, die dann mitunter schon mit einem einstelligen Einsatz über ihre Handelskonten auf steigende und sogar sinkende Gewinne spekulieren können.

Ihr Sebastian Hell
Geschäftsführer QTrade

www.qtrade.de

 

 

19. Jun
2017

Kryptowährung Ethereum – echte Konkurrenz für Bitcoin?

Geschrieben von: sebastianhell

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sebastianhell

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

die sogenannten Kryptowährungen sind bei vielen Anlegern mit modern ausgerichteten Portfolios seit einigen Jahren zunehmend beliebt. Daran ändern auch die Debatten über die Seriosität dieser Devisen wenig. Schließlich haben es neue Investitionsmodelle und Produkte am Anfang immer etwas schwer. Wer in der digitalen Welt zuhause ist und mit der Zeit gehen möchte, kommt kaum umhin, sich nicht wenigstens mit den großen Namen der Branche zu befassen. Allen voran muss diesbezüglich natürlich die Währung Bitcoin genannt werden, deren Geschichte bis ins Jahr 2008 zurückverfolgt werden kann. Doch die Nummer eins unter den digitalen Geldeinheiten erhält zunehmend Konkurrenz am globalen Markt, auch wenn der Bitcoin aktuell einen neuen Höhenflug verbucht und laut Experten schon bald die Marke von 3.000 US-Dollar durchbrechen könnte, was nicht zuletzt der großen Nachfrage aus der Volksrepublik China geschuldet ist.

Auch wenn die Devisen-Mitbewerber bisher keine vergleichbare Erfolgsgeschichte verbuchen konnte: Im Format Ethereum sieht mancher Analyst inzwischen einen ernstzunehmenden Mitbewerber beim Kampf um Investoren, die sich in diesem Umfeld des Finanzmarktes betätigen.

2017 für beide digitale Währungen ein Erfolgsjahr

Wenn man so will, ließe sich wohl am ehesten sagen, dass die Digitalwährung Ethereum aktuell noch gewissermaßen im Windschatten des Bitcoin reist, während die Branche weiterhin einen Boom erlebt. Doch schon jetzt sind sich viele Beobachter einig, dass die Währung durchaus das Zeug hat, um es – um im sportlichen Bild zu bleiben – in die Spitzengruppe der digitalen Kryptowährung zu schaffen. Daran ändern die wahrlich eindrucksvollen Entwicklungen des Bitcoin-Kurses im zweiten Quartal 2017 nichts. Und das, obwohl sich das Kursplus in den vergangenen 12 Monaten auf mehr als 350 Prozent beläuft. Sagen lässt sich aber, dass auch der Bitcoin klein angefangen hat, dann aber einen rasanten Auftrieb erhalten hat.

Ether-Handel belegt weltweit bereits Platz 2

Nicht weniger imposant, genau genommen sogar noch vorbildlicher entwickelte sich die Währung zuletzt im Direktvergleich des Handelsvolumens dem „Konkurrenten“ Bitcoin gegenüber noch besser. Mittlerweile konnte sich die Kryptowährung den zweiten Rang der meist gehandelten digitalen Devisen sichern. Fraglich, ob es gelingen wird, den Platz auf lange Sicht zu behaupten. Die Zeichen jedoch stehen gut, wenngleich der Bitcoin die Vorherrschaft zügig wieder an sich reißen konnte. Aber immerhin, bis vor kurzem konnte sich kaum jemand vorstellen, dass es allzu bald eine ähnlich erfolgreiche Digitalwährung geben wird. Die Rückkehr zum „Ether“-Handel in einem üblichen Rahmen bedeutet nicht, dass sich in Zukunft nicht nochmals ähnliche Szenarien abspielen könnten.

Handel in China beflügelt den Ethereum-Kurs

Doch wie kommt es, dass sich auch diese virtuelle Währung über eine steigende Nachfrage erfreuen darf? Die Ursachenforschung führt wie im Bitcoin-Falle ins Reich der Mitte. Dem Preisanstieg leistete und leistet auch weiterhin gerade die enorme chinesische Nachfrage Vorschub. Zudem: Erst Anfang Juni gab mit Huobi einer der Top3-Handelsplätze für Kryptowährungen in China die hauseigene Plattform für den Ethereum-Handel frei. Derzeit liegt der Kurs deutlich über 250 US-Dollar. Dies war bereits ein neuer Rekordwert für die Währung, die vielen Anlegern in Deutschland bis dato überhaupt kein Begriff. Dies aber könnte sich bald ändern, sollten Chinas Investoren weiterhin an ihren Einlagen in Kryptowährungen festhalten und ihr Portfolios in diesem Umfeld um die Nr. 2 erweitern. Die große Nachfrage zeigt auf der anderen Seite auch, dass die Währung Ethereum im Moment noch unterbewertet zu sein scheint.

Marktbeobachter rechnen mit fortgesetztem Höhenflug

Dass die Währung ausgerechnet in asiatischen Ländern wie China so gefragt ist, hat einen ernsten Hintergrund. Dort sind die Digitalwährungen ein Weg, um staatliche Kontrollen des Kapitalverkehrs außer Kraft zu setzen bzw. zu umgehen. Denn in diesem Bereich des Finanzmarktes finden schlicht und ergreifend keine Regulierungen und Kontrollen durch Behörden statt – zumindest bisher nicht. Nicht nur am erwähnten Standort wird mit Ethereum gehandelt, auch an anderen Plattformen (z.B. OKCoin) ist die Währung schon seit einiger Zeit zugelassen. Die Prognosen geben Anlegern Anlass zur Freude, denn ein Kursniveau von 300 US-Dollar scheint realistisch, allemal sind Kurse von über 260 US-Dollar auf lange Sicht zu erwarten.

Anleger und Spekulanten fühlen sich vom Markt angezogen

Die Entwicklung ist deshalb so interessant, weil Ethereum erst seit etwa zwei Jahren existiert, während der Konkurrent Bitcoin schon deutlich länger in Umlauf ist. Fragt man Beobachter, was genau die beiden Modell eigentlich sind, erhält man mitunter verschiedene Antworten. Viele halten die Kryptowährungen mittlerweile für ernstzunehmende Währungen, während andere in den Devisen eher ein Objekt für Spekulationen sehen. Und es gibt noch eine dritte Gruppe, die einen anderen Blickwinkel einnimmt. Für sie ist Ethereum eine Art Nachfolger oder Weiterentwicklung des Vorreiters Bitcoin. Sie erkennen darin teils eher ein Zeichen der Unabhängigkeit als eine markttaugliche Währung für jeden. Dass Bitcoin und Ethereum an sich vor allem allem dem Bereich der dezentralen Datenbanken zuzuordnen sind, ist vielen Anlegern gar nicht mehr bewusst.

Technische Hintergründe der Währungen kaum vergleichbar

Mutmaßungen über geplante Kontrollen durch Staaten halten eingehenden Analysen einstweilen nicht stand. Die bessere Frage lautet: Was kann Ethereum, was Bitcoin nicht zu leisten imstande ist? Der offensichtlichste Unterschied besteht darin, dass Ethereum nicht nur eine reine digitale Währung, sondern vielmehr Bestandteil eines kompletten IT-Systems ist und somit als Plattform das Abwickeln sogenannter „Smart Contracts“ erlaubt. Die sogenannten Ether werden als Zahlungsmittel zur Abrechnung von Rechenleistung verwendet, nicht für das Zahlen normaler Waren und Dienstleistungen. Oft findet der Begriff „Treibstoff“ als Erklärung der Funktionsweise der Währung im zugehörigen Währungssystem Verwendung. Damit sind beide Währungen nicht vollends miteinander vergleichbar.

Kommt bald der nächste Boom bei den Digitalwährungen?

Was nicht bedeutet, dass der Ethereum-Handel zukünftig nicht noch eine größere Rolle neben Bitcoins spielen oder zunehmend zu Konkurrenz werden könnte. Richtig scheint aber erst einmal ebenso, dass ähnliche Kurse noch eine ganze Weile auf sich warten lassen werden, ist der Bitcoin im Moment doch fast zehnmal so viel Wert wie sein Mitbewerber. Mit einem Kurszuwachs von fast 2.800 Prozent seit Jahresanfang aber kann sich der Aufwärtstrend bei der weltweit zweitgrößten digitalen Währung mehr als sehen lassen. Gerade in Zeiten, in denen Anleger und Investoren immer öfter nach einer sicheren Anlagealternative neben dem Edelmetall Gold suchen, erweisen sich Ethereum, Bitcoin und bald vielleicht noch einige andere Kryptowährungen als erfolgversprechender Rückzugsort. Zumal die Währungen längst nicht mehr so schwankungsanfällig wie in den Anfangstagen der Branche sind.

 

Ihr Sebastian Hell
Geschäftsführer QTrade
www.qtrade.de

 

24. Mai
2017

Trump plant angeblich Lockerung der Bankenregulierung

Geschrieben von: sebastianhell

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sebastianhell

Eine der ersten großen Maßnahmen des designierten US-Präsidenten Donald Trump war Anfang Februar 2017 die Anordnung, dass geltenden Vorgaben zur Regulierung des Bankenwesens abermals auf den Prüfstand gestellt werden sollten. Das Ziel – glaubt man den Medienberichten – sind vor allem geplante Deregulierungen, um der Bankenbranche wieder mehr Raum zur Entfaltung zu gewähren, als es unter der Regierung Obama der Fall war. Dabei gibt es ausreichend Kritiker, denen die bestehenden Regeln bereits nicht weit genug gehen vor dem Hintergrund der Finanzkrise ab dem Jahr 2006. Dennoch möchte Präsident Trump den Geldhäusern mehr Freiheiten geben. Und das obwohl selbst von Seiten der Zentralbanken in den USA Kritik laut wird.

Will sich der US-Präsident nicht an seine Zusagen erinnern?

Fast scheint es so, als verfolge Trump einen Plan, bei dem es in erster Linie darum geht, alles anders zu machen als sein Amtsvorgänger. Interessanterweise hatte es noch im Wahlkampf geheißen, man wolle die Wall Street im Auge behalten, was gerade im Zusammenhang mit Selbstmorden von Kreditnehmern hervorgehoben wurde, deren Immobilien infolge des Zusammenbruchs des Kreditmarktes zwangsversteigert wurden. Doch keine Spur mehr von den Vorwürfen bezüglich eines vermeintlich korrupten und manipulativen US-Bankensystems. Schon mit der Berufung Steven Mnuchins, seines Zeichens früherer Banker im Hause Goldman Sachs, als Finanzminister zeigte sich frühzeitig, welchen Kurs die Trump-Regierung vermutlich einschlagen würde. Deregulierung statt Regulierung? Vieles deutet darauf hin.

Regulierungs-Rückabwicklung als Chance für Anleger?

Die Frage in diesem Kontext ist aber: Was wird die mögliche neue Ausrichtung der Bankenregulierung für Anleger und  Verbraucher allgemein bedeuten? Und welche Folgen könnte das Vorgehen Trumps und seiner Regierung auf die internationale Politik haben? Insbesondere das sogenannte „Dodd-Frank-Gesetz“, welches maßgebliche Reformen für den Handel an der Wall Street beinhaltet, steht scheinbar auf dem Spiel, wie Trump selbst durchblicken ließ, als er mitteilte, dass am Ende der Überprüfungen vermutlich ein großer Teil des Regelwerks auf der Strecke bleiben werde. Für Spekulanten und Anleger könnte eine neue Regulierungspraxis bzw. die Rückabwicklung der bisherigen Richtlinien natürlich durchaus neue Chancen mit sich bringen.

Die Regellockerungen könnten dafür sorgen, dass zwischenzeitlich ausgesprochene Verbote – beispielsweise im Zusammenhang mit Leerverkäufen und ähnlichen Handelsansätzen – wieder zurückgenommen werden könnten.

Skeptiker warnen vor erneuter Kreditkrise bei Rücknahme der Regulierungsvorgaben

Spannend ist die aktuelle Lage eben deshalb, weil der US-Präsident aus den Reihen der Republikanischen Partei mit einem Gegenwind zu kämpfen hat; auch bei den regional zuständigen Zentralbank-Chefs zeigt man sich nicht keineswegs begeistert von den Aussichten zur drohenden Deregulierung. Schon jetzt warnen etlichen Experten vor einer lascheren Regulierung der Banken. Vielmehr sorgt man sich bereits mit Blick auf zukünftige Belastungen der Steuerzahler, sollte es aufgrund der Korrekturen erneut zu Krisen innerhalb der Finanzbranche kommen. Innerhalb der Bankenlandschaft macht man sich hingegen ganz andere Gedanken. Dort fürchtet man eher, der Widerstand gegen die erhofften Gesetzesänderung könnte dazu führen, dass die Maßnahmen überschaubar ausfallen könnten.

Zieht Großbritannien im Rahmen der Brexit-Planung nach?

Auch in Europa mehren sich die Stimmen, die sich für eine Verschärfung des bestehenden Regulierungssystems stark machen. EZB-Vize Vitor Constancio etwa ist einer derjenigen, die sich noch mehr Regulierung für die Bankenwelt wünschen. Und das scheinbar aus gutem Grund, wenn man nach Großbritannien schaut. So fürchten Analysten in Europa, der Brexit könnte im Vereinten Königreich ebenfalls eine Lockerung der Regulierungsbestimmungen nach sich ziehen. Schließlich wird es in Zukunft nach dem Ausstieg aus der Europäischen Union Anreize brauchen, um London wie gehabt für Banken und Unternehmen als Zentrum der europäischen Finanzwelt zu bestätigen.

Europas führender Banker gegen mögliche Lockerung

EZB-Chef Mario Draghi hatte in weiser Voraussicht schon mehrfach geäußert, Lockerungen der Regulierung könnten vor allem dazu führen, dass alten schlechten Gewohnheiten der Bankenwelt erneut Tür und Tor geöffnet werden. Unterstützung erhält Draghi unter anderem von Gewerkschaftsvertretern und Bankern aus Deutschland, auch wenn dies manchen Beobachter etwas überraschen mag. Doch dort spricht sich beim besten Willen nicht jeder Verantwortliche für die 100-prozentige Freiheit aus, denn schwarze Schafe gibt es nun einmal überall. Und diese könnten die Branche abermals in Misskredit bringen.

Auch der IWF sieht Risiken bei lockereren Regelwerken

Das Interesse auf Anlegerseite für die Pläne Trumps erklärt sich in vielen Fällen aber sicher eher daraus, dass die potentielle Deregulierung neue Chancen hinsichtlich der Produktauswahl schaffen könnte, nachdem zuletzt Finanzderivate wie CFDs weltweit zunehmend unter politischen Beschuss gerieten. So könnten die USA aus Sicht manches Beobachters die Federführung übernehmen, so dass beispielsweise Großbritannien den Banken nach dem Brexit ebenfalls wieder mehr Freiräume einräumen könnte. Vielleicht aber wird sich am Ende auch der Internationale Währungsfonds (IWF) durchsetzen, bei dem man sich eindeutig gegen eine „Verwässerung und Zurückdrehung“ der Regulierung ausspricht. So hält man dort vor allem strikte Richtlinien in puncto Liquidität für die weltweite Bankenwelt für unverzichtbar.

Jedoch: Trump hat trotz des Drucks, der zunehmend auf ihn ausgeübt wird, schon mehr demonstriert, dass er imstande ist, gegen Widerstand eigene Entscheidungen durchzusetzen – notfalls mittels Dekret, wie es seit seiner Amtseinführung schon mehrfach getan hat.

18. Mai
2017

Neue BaFin-Regelung zur Nachschusspflicht – die Folgen für CFD-Händler

Geschrieben von: sebastianhell

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sebastianhell

Das Echo aus den Händler-Communities hätte kaum größer sein können. Nachdem Anbieter für den Binärhandel in der Vergangenheit beispielsweise in Belgien und anderen europäischen Ländern unter politischem Beschuss standen, nahm sich die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) nun abermals der Thematik des CFD-Handels an. Schon des Öfteren waren Forderungen aus verschiedenen Richtungen laut geworden, die Aufsichtsorgane müssten hochriskanten Handelsmodellen endlich einen Riegel vorschieben, wenigstens aber strengere Auflagen und Kontrollmechanismen schaffen. Nun also die zunehmend auch privaten Anlegern beliebten Differenzkontrakte – die deutsche Finanzaufsicht verbietet nun Hebelprodukte. Wobei – so ganz richtig sind viele diesbezügliche Medienberichte eben nicht, wie Leser im weiteren Verlauf erkennen werden.

Der Anfang vom Ende beim Handel mit gehebelten CFDs?

In vielen Portalen rund um das CFD-Thema wurde nach Bekanntgabe der des Verbots heftig diskutiert, ob die neuen BaFin-Vorgaben nun das Ende des CFD-Handels am deutschen Markt einläuten könnten. Viele Anleger sehen sich in ihrem Entscheidungsspielraums beschnitten, Befürworter hielten den Ausschluss von Differenzgeschäften für den Privatkunden-Bereich durch die staatliche Aufsichtsbehörde für überfällig. Sieht man genauer hin, verbietet die BaFin tatsächlich nur CFDs mit der sogenannten Nachschusspflicht. Broker und Banken dürfen diese Produkte privaten Händlern in Zukunft nicht mehr wie bisher zugänglich machen, wie die Richtlinie bestimmt. Die Reaktionen der Diskussionsteilnehmer sind insofern nachvollziehbar, da es sich im Grunde um die erste Maßnahme dieser Art von Seiten der BaFin handelt.

Bisher hatte die Behörde darauf verzichtet, ganze Produktgruppen zu untersagen. Und sieht man einmal genau hin, ist es auch kein vollständiges CFD-Verbot, auch wenn die Nachricht bei manchen Kunden vielleicht eben diesen Eindruck erwecken mag.

Entgegenkommen der Branche reichte der BaFin scheinbar nicht

Hintergrund des Verbot war und ist nach Aussagen der Behörde, dass die Risiken eines Verlusts für private Broker- und Banken-Kunden kaum kalkulierbar seien, wie es die BaFin-Chefin Elisabeth Roegele in der behördlichen Stellungnahme verlautbaren ließ. Gänzlich überraschend kommt das Verbot letzten Endes nicht, denn von Seiten der Bundesanstalt hatte es seit Dezember 2016 mehrfach entsprechende Ankündigungen zu Überprüfungen gegeben. Dass die Restriktionen nun wirklich in die Tat umgesetzt werden, kann für gut informierte Anleger an sich also nicht wirklich überraschend sein. Binnen drei Monaten, so die Bedingungen der Behörde, müssen Anbieter des CFD-Handels mit Nachschusspflicht nun auf die neuen Richtlinien reagieren.

Welche Folgen können die Vorgaben tatsächlich haben?

Fraglich ist, ob das Verbot wirklich allzu gravierende Veränderungen innerhalb der Branche nach sich ziehen wird. Denn viele Anleger, die über Differenzkontrakte mit geringem Kapitaleinsatz und Hebelfunktion auf Finanzwerte wie Aktien, Devisen oder Rohstoffe wetten, suchen heute ohnehin mehrheitlich Broker für den Handel aus, die die Nachschusspflicht in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen explizit ausschließen. Laut aktuellen Erhebungen ist dieses Risiko aktuell bereits bei neun von zehn Anbietern ausgeschlossen.

Viele Broker schließen Nachschuss schon länger aus

Nur wenige Broker, die am Markt vertreten sind, arbeiten noch mit der Nachschusspflicht, die für Trader bedeutet, dass sie bei falschen Entscheidungen ein Vielfaches ihres eigenen Kapitals und Einsatzes verlieren können. Richtig ist: Die BaFin möchte diese Grauzone des Handels nun scheinbar endgültig trocken legen. Einige Branchenkenner rechnen damit, dass dies nur der Verbotsschritt sein könnte. Schon jetzt gehen Analysten zum Teil davon aus, dass im nächsten Schritt auch die sogenannten Leerverkäufe für den Privatsektor untersagt werden können – gerade weil die Nachschusspflicht in diesem Bereich eine große Rolle spielen kann.

CFD-Branche spricht von eher wenigen Nachschuss-Fällen

Angesichts der zahlreichen Dienstleister ohne Nachschusspflicht stellt sich also die berechtigte Frage, was dies für die übrigen Anbieter bedeutet. In etlichen Fällen, in denen Broker und Banken ihre Geschäftsmodelle umgestellt haben, führte dies zu steigenden Kosten für Kunden. Der starke Wettbewerb am Markt könnte diese Veränderungen jedoch verhindern, da die Betreiber sonst Kunden verlieren könnten.

Interessant ist auch ein Blick in die Daten des CFD-Verbands, der für das Jahr 2015 lediglich max. 3.000 Nachschüsse auf eine Gesamtmenge von mehr als 70 Millionen Transaktionen am deutschen Markt nennt. Zudem fielen die Nachschüsse laut Verband eher gering aus und bewegten sich vielfach lediglich im niedrigen dreistelligen Eurobereich. Das Verbot zeigt aber, dass das Versprechen strengerer Selbstverpflichtungen von Seiten der Anbieter-Branche von Anfang 2016 von den BaFin-Experten wohl nicht als ausreichend empfunden wurde.

Deutsche Aufsichtsbehörde hält sich bisher zurück

Indes: Die Aufsichtsbehörden in anderen Ländern der EU präsentieren sich weitaus strikter und haben schon weitaus härtere Geschütze gegen den CFD-Handel und andere Modelle des Derivathandels aufgefahren. Beispielsweise in drastischen Begrenzungen hinsichtlich des Handels mit Hebelwirkung. Es bleibt also spannend, liebe Leser, was hierzulande noch auf Banken, Broker und Anleger zukommen wird. Und wenn alle Stricke reißen, können Anleger ja immer noch zu Anbietern mit Sitz im Nicht-EU-Ausland wechseln, auch wenn die Rechtslage dort vielleicht weniger kundenfreundlich ausfallen mag als hier …

06. Apr
2017

Der VDAX – ein „Angstmesser“!

Geschrieben von: sebastianhell

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sebastianhell

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

der „VDAX“ ist ein Volatilitätsindex, das amerikanische Pendant hört auf den Namen „VIX“. Beide gelten als klassische „Angstmesser“ bzw. „Euphoriemesser“ und sind daher gerade in extremen Börsenphasen interessante Indikatoren. Sie können zur Entscheidungsfindung, wenn auch nur ergänzend, hinzugezogen werden.

Wie funktioniert dieser Index?

Der DAX-Volatilitätsindex VDAX misst die in den DAX-Optionen implizierte, erwartete Preisschwankung des DAX-Index. Laufzeitunabhängig, d.h. mit einer fixen Restlaufzeit von 45 Tagen, wird der VDAX in Prozentpunkten bestimmt. Er wird einmal am Ende des Handelstages um 17:45 Uhr berechnet. Einfach ausgedrückt: Eine Option verteuert sich immer dann, wenn große Unsicherheit bezüglich der weiteren Marktentwicklung herrscht. Die Prämien steigen, die Option verteuert sich und der VDAX steigt.

Der Nutzen des VDAX

Der Verlauf des VDAX weist eine gegensätzliche Korrelation zum Verlauf des DAX aus – steigt der DAX, dann fällt der VDAX und umgekehrt. Dies ist keine zwingende Gesetzmäßigkeit, aber gerade in Phasen größerer Ausschläge werden Sie genau diese Beobachtung machen. Ein zunehmend bärisches Marktsentiment, also ein steigender VDAX, ist eher als Kontraindikator für weiter nachgebende Kurse zu interpretieren, denn ein Großteil der Marktteilnehmer hat bereits verkauft. Dies gilt umgekehrt genauso. Wirklich wichtig sind nur die extremen Ausschläge des VDAX, denn sie können Anzeichen für einen baldigen Trendwechsel sein.

Fazit

Sowohl der VDAX als auch der VIX markieren seit geraumer Zeit immer neue Tiefststände. Das passt durchaus mit dem relativ sorgenfreien Sentiment an der Börse zusammen. Solange dieser Trend anhält, brauchen Sie dieser Entwicklung keine große Bedeutung beizumessen. Gefährlich wird es allerdings, wenn Volatilitätsindizes zu einer plötzlichen Gegenbewegung ansetzen. Wie heißt es so treffend: If you panic - panic first!

 

Ihr Sebastian Hell

Geschäftsführer QTrade

www.qtrade.de

 

08. Mär
2017

Aktien oder Anleihen – Was bringt mehr?

Geschrieben von: sebastianhell

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sebastianhell

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

in den letzten Wochen habe ich Ihnen mehrere Herangehensweisen an die fundamentale Analyse eines Unternehmens vorgestellt. Heute und in der nächsten Woche möchte ich die wichtigsten Punkte der langfristigen Geldanlage in Aktien kurz zusammenfassen.

Fokus auf den Heimatmarkt

Sich über die Zukunftsaussichten von Branchen, das Management oder die Cashflow-Rechnung eines Unternehmens Gedanken zu machen – alles sinnvolle Schritte, aber Schritt 1 ist die Vermeidung eines äußerst renditeschädlichen Fehlers: Das Home-Bias! Frei übersetzt habe ich es den „Fokus auf den Heimatmarkt“ genannt.

Es ist kein deutsches Phänomen, aber allzu leicht vergessen oder ignorieren die Anleger den Blick über die Grenzen. Der Anteil des deutschen Aktienmarktes an der weltweiten Marktkapitalisierung liegt unter 5 Prozent. Andere Märkte wachsen zum Teil dynamischer und nachhaltiger. Denken Sie global, diversifizieren Sie ihr Portfolio!

Aktien vs. Anleihen

Auf lange Sicht muss Eigenkapital besser rentieren als Fremdkapital, sonst gäbe es irgendwann keine Unternehmen mehr. In einer Marktwirtschaft stehen Aktien für Eigenkapital, Anleihen für Fremdkapital.

Vergleichen Sie: Dank einer historisch beispiellos lockeren Geldpolitik befinden sich die Anleihekurse seit dem Jahr 2008 im Höhenflug und haben sich seitdem in etwa verdoppelt.

Die Zinszahlungen können vernachlässigt werden. Dennoch haben amerikanische und europäische Aktienindizes im gleichen Zeitraum rund dreimal so viel Ertrag gebracht. Investieren Sie einen Großteil Ihres Geldes in gute Unternehmen und nicht in Sparbriefe oder Anleihen.

Charttechnik vs. Fundamentalanalyse

Der clevere Investor sieht keinen Widerspruch zwischen beiden Methoden. Selbst klassische Value-Investoren werfen einen Blick auf das Kursgeschehen bei der Bestimmung des richtigen Einstiegszeitpunktes. Mit der Fundamentalanalyse beantworten Sie die Frage nach dem „Ob“, mit der Charttechnik die Frage nach dem „Wann“ bei einem Investment.

Was lernen wir daraus?

Gerade deutsche Anleger verhalten sich in der Geldanlage, als ob ihnen eine geordnete Planwirtschaft lieber wäre als eine vergleichsweise riskante Marktwirtschaft.

Die Aussicht auf eine überdurchschnittliche langfristige Rendite fällt dem Sicherheitsbedürfnis zum Opfer. Die Börse ist nicht von oder gar für Spekulanten erfunden worden, trotz aller negativen Begleiterscheinungen.

Beteiligen Sie sich an Qualitätsunternehmen und partizipieren Sie an deren Erfolg. Sie erhalten zwar keine Gewinngarantie, aber stellen sich in jedem Fall besser als passive Investoren in Geldwerten.

 

Ihr Sebastian Hell

Geschäftsführer QTrade

www.qtrade.de

 

25. Jan
2017

Garantierte Stopps: Sinn oder Unsinn?

Geschrieben von: sebastianhell

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sebastianhell

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

die französische Börsenaufsicht AMF gab vor Kurzem bekannt, dass Binäroptionen im Land verboten werden sollen. Zudem fordert man für den CFD-Handel einen Ausschluss der unbegrenzten Nachschusspflicht für Trader sowie einen garantierten Stop-Loss, der unbedingt vor Eröffnen des Trades gesetzt werden muss.

Garantierter Stop-Loss? Gut oder schlecht für Trader?

Während ich den Ausschluss der unbegrenzten Nachschusspflicht als gut heiße (das BaFin in Deutschland fordert dasselbe), ist die Forderung, dass Trader unbedingt einen Stop-Loss setzen müssen ein grober Eingriff in den Handel der Trader. Es gibt viele Strategien, die ohne Stop-Loss funktionieren und stattdessen auf Hedging in anderen Werten setzen.

Zudem gibt es etliche Trader die lieber mit mentalen Stopps oder auch charttechnischen Stopps arbeiten. Ich halte die Forderung einer Börsenaufsicht, dass Trader mit Stopps arbeiten müssen für einen zu schweren Eingriff in den Handel der Privatleute.

Die Konsequenzen?

Aufgrund der Tatsache, dass Stopps gesetzt werden müssen, gehe ich davon aus, dass französische Trader bei jedem Trade einen sehr weiten SL setzen werden. Die Aufsicht schreibt nämlich nicht nur vor, dass ein Stopp gesetzt werden muss, sondern dass dieser auch nur in Richtung der Gewinne verschoben werden darf.

Also nicht in die entgegengesetzte Richtung, um den Spielraum zu erhöhen. Ergo muss am Anfang bei jeder Position ein sehr weiter Stopp eingegeben werden, wie bspw. 1.000 Punkte im DAX oder 400 Pips im Euro. Danach kann man dann den SL anpassen oder als Notfall-Stopp bestehen lassen mit sehr weitem Abstand

Problem der garantierten Stopps!

Garantierte Stopps gab es bis vor 5 Jahren in Deutschland noch bei einigen Brokern. Die meisten haben das Angebot eingestellt, da die Trader einen garantierten Stop-Loss nicht angenommen haben. Der Grund war, dass Konten mit Stopp-Garantie einen deutlich höheren Spread hatten als normale Konten. Dies ist auch logisch, da der Broker das gesamte Risiko eines Gaps (Kurslücke) tragen muss und daher eine Risikoprämie in Form eines höheren Spreads erhebt.

Unter dem Strich fahren meiner Erfahrung nach Trader besser mit normalen Konten, die die Marktbedingungen widerspiegeln, da der garantierte Stopp meist nicht genutzt wird, man aber die erhöhte Risikoprämie (sprich Spread) an den Broker bezahlt. Die Folge wird sein, dass Trader in Frankreich aufgrund der Forderung des garantierten Stopps mit höheren Spreads rechnen müssen.

Insgesamt muss ich sagen, dass unsere deutsche Finanzmarktaufsicht BaFin mit der Forderung des Ausschluss der Nachschusspflicht Weitsicht bewiesen hat. Trader werden vor einem unkalkulierbaren Risiko geschützt, können aber auf ihren Konten handeln wie sie wollen. So sollte es auch bleiben!

Ihr Sebastian Hell
Geschäftsführer QTrade
www.qtrade.de

P.S.: Mein Kollege Lars Erichsen, auch bekannt das „Der Tadermacher“, hat zum Thema Stop-Loss ein sehr gutes Video veröffentlicht: „Stop-Loss Orders: Ruin auf Raten?“

https://www.youtube.com/watch?v=CrJhfkh02bU

14. Dez
2016

CFDs werden verboten? Nicht so schnell!

Geschrieben von: sebastianhell

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sebastianhell

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

am 8. Dezember 2016 veröffentlichte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf Ihrer Webseite eine Allgemeinverfügung. Hierin gibt das BaFin vor, dass man ein Vertriebsverbot von CFDs aussprechen will, wenn die Trader mehr verlieren können als sie auf dem Konto haben. Man spricht hier von einer unbegrenzten Nachschusspflicht, so dass der Trader mehr verlieren kann, als er auf seinem Konto hat. Nur dann, wenn Broker nicht ausschließen, dass der Kunde geschützt ist und wirklich nur seinen Einsatz riskiert, ist der Vertrieb von CFDs in Deutschland verboten. Zumindest dann, wenn die BaFin eine entsprechende Maßnahme erlässt, was sehr wahrscheinlich ist.

Auswirkungen für Broker!

Die meisten Broker die in Deutschland nennenswert aktiv sind, haben bereits Konten im Angebot, die die unbegrenzte Nachschusspflicht ausschließen. Dies wurde direkt nach dem Franken-Schock im Januar 2015 bei vielen Unternehmen eingeführt. Gut arbeitende und seriöse Broker haben demnach nichts von den Maßnahmen der BaFin zu befürchten.

Konsequenzen für Trader!

Auch für Trader sind die Neuerungen begrüßenswert. Es gibt die Sicherheit, dass man keinem unbegrenzten Risiko ausgesetzt ist, wie es beispielsweise immer noch im Terminhandel der Fall ist. Wer den DAX-Future direkt über die EUREX handelt und hierfür einen klassischen Futures-Broker verwendet, der kann durchaus viel mehr verlieren als er auf seinem Konto hat. Somit sind die Neuerungen des BaFin sogar ein gutes Argument für Futures-Trader hin zu CFDs zu wechseln, sofern sie das Risiko einer unbegrenzten Nachschusspflicht nicht oder nicht mehr tragen wollen.

Wann wird die BaFin-Maßnahme umgesetzt?

Derzeit haben Unternehmen aus der Branche bis zum 20. Januar 2017 Zeit um Stellungnahmen beim BaFin einzureichen. Danach wird das BaFin beraten und wahrscheinlich im Februar die Maßnahme erlassen, dass CFD-Broker mit einer Frist von 3 Monaten die Forderungen der Finanzaufsicht umsetzen müssen. Dies bedeutet, dass ab Mai oder Juni 2017 die unbegrenzte Nachschusspflicht in Deutschland abgeschafft wird, zum Wohl der Trader.

BaFin-Entscheidung als Vorbild für Europa?

Derzeit sind CFDs bei den europäischen Regulierungsbehörden ganz oben auf dem Radar. Durch Gespräche und Telefonkonferenzen mit anderen Brokern konnte ich erfahren, dass die BaFin-Maßnahme als sehr kundenfreundlich und sinnvoll erachtet wird. Trader sollten weiterhin die Wahl haben welche Produkte sie handeln und welchen Hebel sie verwenden wollen, doch gleichzeitig vor einem persönlichen Ruin geschützt sein. Dies ermöglicht die Entscheidung des BaFin, weswegen möglicherweise auch andere Regulierungsbehörden wie bspw. die FCA in Großbritannien oder AMF in Frankreich diesem Beispiel folgen könnten. So zumindest die Hoffnung vieler Broker und Trader, da gerade in England heftig über den Hebel (Begrenzung auf 1:50) diskutiert wird. Ich werde Sie auf dem Laufenden halten, sobald ich mehr weiß!

Ihr Sebastian Hell

Geschäftsführer QTrade

www.qtrade.de

08. Dez
2016

Welchen Hebel brauchen Trader? Finanzaufsicht will auf 1:50 beschränken!

Geschrieben von: sebastianhell

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sebastianhell

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

in früheren Kolumnen hatte ich darüber berichtet, dass CFDs und Forex (Devisen) immer mehr in den Fokus der Finanzaufsicht rücken. Elisabeth Roegele, zuständig bei der BaFin für den Verbraucherschutz, hatte in einem Interview vor wenigen Wochen für Aufsehen gesorgt. Darin wurde erwähnt, dass die Aufsicht CFDs, FX und Binäroptionen sehr kritisch sehe.

Damit folgt das BaFin dem Beispiel anderer Finanzaufseher in den USA, Belgien, Frankreich und Israel. Doch meist haben nicht CFDs „Schuld“ an dem neuerlichen Interesse der Finanzaufsichten, sondern Binäroptionen, die oftmals als Betrug von Tradern angesehen werden und leider auch viele schwarze Schafe sich in diesem Bereich tummeln.

Zypern gibt die Richtung vor!

Die zypriotische Finanzaufsicht hat ein Konsultationspapier veröffentlicht, zu dem regulierte Broker (mit Sitz auf Zypern) nun Stellung beziehen können. Darin ist vorgesehen, dass Einzahlungsprämien wie Bonusgelder vollkommen verboten werden sollen. Ein guter Schritt wie ich finde, da meist extrem unrealistische Forderungen an die Auszahlungen geknüpft wurden und die Kunden darüber in der Regel auch falsch informiert wurden. Oftmals wurde der Bonus als Guthaben suggeriert, doch in der Realität konnte der Kunde diesen niemals abheben.

Zudem will die Finanzaufsicht in Zypern den Hebel für Neukunden auf 1:50 beschränken. Nur Kunden, die explizit einen höheren Hebel fordern und zudem einen „Test“ bestehen, können höhere Hebel erhalten. Wie genau dieser „Test“ aussehen wird, ist noch nicht klar. Auch steht nicht fest, ob die Regelung wirklich kommen wird. Näheres wissen wir erst ab frühestens Februar 2017.

Ich gehe allerdings davon aus, dass die CySec (Aufsicht in Zypern) unter massivem Druck seitens der EU steht und daher gehandelt hat. Die aktuellen Neuerungen der CySec könnten den Willen der EU widerspiegeln in welche Richtung es zukünftig gehen soll. Der Hebel von 1:50 wurde 2014 auch schon in Polen eingeführt und gilt auch in anderen Ländern als Richtlinie.

Fest schon jetzt: Trader müssen sich auf niedrigere Hebel in den kommenden Jahren einstellen. Die Zeiten, dass man sein Kapital um den Faktor 400, 300 oder 200 hebeln konnte, dürften sich dem Ende neigen. Allerdings haben die meisten Trader ohnehin nie den vollen Hebel eingesetzt, zumindest wenn sie über eine lange Zeit erfolgreich handeln wollten. Auch mit einem maximalen Hebel von 1:50 kann man ohne Probleme erfolgreich am Markt bestehen

 

Ihr Sebastian Hell
Geschäftsführer QTrade
www.qtrade.de

17. Nov
2016

MetaTrader 4 wird langsam sterben! Ist die beliebte Plattform vor dem Aus?

Geschrieben von: sebastianhell

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sebastianhell

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

auf der bekannten Finanzkonferenz „Finance Magnates London Summit“ konnte ich einem interessanten Vortrag des „Head of Sales“ von MetaQuotes lauschen. MetaQuotes ist der Hersteller der beliebten MetaTrader 4 Handelsplattform, die weltweit von weit über 1.000.000 Tradern genutzt wird. Auch in Deutschland dürften die meisten CFD- und Forex-Trader diese Plattform im täglichen Handel verwenden. Der Grund für den Erfolg der Handels-Software liegt in der einfachen Bedienung sowie in den automatischen Handelssystemen (Expert Advisors). Letztere gibt es in Hunderttausend Varianten und ermöglichen die Automatisierung verschiedener Handelsansätze.

MetaTrader 5 – das Mauerblümchen?

Um den Erfolg von MetaTrader 4 fortzuführen, brachte das Unternehmen vor 5 Jahren den MetaTrader 5 an den Start. Eine Plattform mit deutlich verbesserter und vor allem leistungsstarker Technik. Es ist sogar möglich, dass nicht nur CFDs und Forex auf der neuen Plattform gehandelt werden können, sondern auch Aktien, Futures, Optionen und vieles mehr.  Der Erfolg von MetaTrader 5 blieb allerdings aus. Die Plattform erlaubte kein Hedging, was vor allem aktive Trader besonders lieben. Mittels dieser Funktion können gleichzeitig Long- und Short-Positionen in einem Wert eröffnet werden. Ein klarer Konstruktionsfehler beim Bau der Software, der aber seit einigen Monaten behoben ist.

Beliebtheit nimmt zu!

Seit wenigen Monaten steigen laut MetaQuotes die Verkäufe von MetaTrader 5 Plattformen an Broker. Dies ist auch im Sinne des Herstellers, der nach eigenen Angaben sehr viel Entwicklungsarbeit in die Plattform steckt und das Ziel verfolgt, dass MetaTrader 4 schrittweise „aussterben“ soll. Man fokussiert sich voll auf das neue Produkt und reduziert den Aufwand für MetaTrader 4. Allerdings teilte der Unternehmenssprecher auch mit, dass MetaTrader 4 nicht eingestellt wird. Man will erreichen, dass die Kunden freiwillig auf MetaTrader 5 umsteigen und so MetaTrader 4 immer uninteressanter wird.

EAs sind der Knackpunkt!

Um das Ziel zu erreichen, dass Trader voll auf den neuen und schnelleren MetaTrader 5 umsteigen, müssen auch die alten Handelssysteme (EAs) sowie Indikatoren und Skripte für MetaTrader 4 kompatibel gemacht werden. Dies ist sicherlich noch einer der Hauptgründe warum die meisten Trader mit einem Umstieg zögern. Es wird nun spannend zu sehen, wie MetaQuotes dieses Problem lösen wird, da es sicherlich Millionen von Tools und Werkzeugen für die alte Plattform gibt. Ich halte Sie auf dem Laufenden wie es weitergeht! Doch eines ist sicher – die Tage von MetaTrader 4 sind gezählt!

 

Ihr Sebastian Hell

Geschäftsführer QTrade

www.qtrade.de