DAX – die Hausse nährt die Hausse
Es ist der zehnte Tag in Folge, den der deutsche Leitindex nun mit einem Gewinn abschließt. Am Pfingstmontag beendete der DAX den Xetra-Handel bei 8.455,83 Punkten. Während man rein von der technischen Seite auf die Indikatoren blickt, die den Index auf Tagesbasis als stark überkauft ansehen, so hat sich fundamental betrachtet nicht viel geändert. Die Zinsen sind nach wie vor auf einem Rekordtief. Andere Handelsklassen wie etwa die Edelmetalle schwächelten noch bis zum Handelsschluss am Freitag oder litten stark unter Gewinnmitnahmen und der geringen Inflation (besonders Silber legte in der Nacht zum Montag noch einmal einen kräftigen Kurssturz hin). Die Lage erscheint derzeit alternativlos – die Anlageklasse „Aktien“ ist und bliebt en vogue. Doch auf dem aktuellen Niveau ist Vorsicht geboten. Märkte drehen oft überraschend schnell von „risk-on“ (Risikobereitschaft) zurück nach „risk-off“ (Risikoaversion). Neu-Engagements könnten auf diese Weise zumindest einen empfindlichen Dämpfer erhalten, sollte der Index technisch betrachtet leicht konsolidieren und damit sein überkauftes Szenario abbauen. Wie schnell man auf dem falschen Dampfer sein kann, zeigte allein der Freitag nachbörslich. Innerhalb weniger Minuten kletterte der DAX um rund 75 Punkte, katapultierte so manchen Trader, der zu eng abgesichert war und auf nachgebende Kurse spekulierte, aus seinen Positionen und sorgte für herbe Verluste der Bären. Die Luft für den Index wirkt jedoch auf dem derzeitigen Kursniveau recht dünn. Wie schon sehr oft an der Börse beobachtet, fallen die Kurse kurzfristig besonders gerne einmal, wenn jeder nach immer weiter steigenden Kursen schreit. Kurzum: Es könnte hin und wieder nicht schaden, sich auch einmal antizyklisch zu verhalten.