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19. Mär
2012

Ablehnung des Dollar könnte bei anhaltender Risikobereitschaft zu massiven Verkäufen führen

Geschrieben von: fxcm

Getagged in: Forex

fxcm

 


Fundamentaler Ausblick für den US Dollar: Pessimistisch

Der Dollar vollzog während der letzten 48 Stunden der vergangenen Handelswoche eine abrupte Abwärtsbewegung. Die Tatsache, dass diese Entwicklung die Währung wieder in ihre traditionelle „sicherer Hafen“-Spur gebracht hat, lässt vermuten, dass die außergewöhnliche Hausse zu Ende sein könnte. Und für die Chart-technisch Interessierten, ist es interessant zu wissen, dass das Timing für diese Wende sehr gut zum Test der 10.000er Marke für den Dow Jones FXCM Dollar Index (das letzte Hoch stammt von Januar letzten Jahres) und der 1,3000-Marke für den Wechselkurs EUR/USD passte. Wenn der fundamentale Antrieb erlahmt, haben technische Barrieren oft größeren Einfluss auf die Kursentwicklung.

Die weitere Entwicklung wird wahrscheinlich eine Kombination von inheränten fundamentalen Bedenken, zugrunde liegenden Spekulationsinteressen und dem allgegenwärtigen technischen Einfluss sein. Während der letzten Wochen haben wir eine bemerkenswerte Veränderung bei seit langem bestehenden Korrelationen gesehen. Vielleicht war eine der deutlichsten Verbindung zwischen den Märkten in den letzten Jahren die Stellung des Dollars als eine „sicherer Hafen“-Währung (im Guten wie im Schlechten). Wir sind der Meinung, dass sich die Benchmark-Währung in die entgegengesetzte Richtung hin zu einem „Beta“-Marktstandard bewegt, wie der S&P 500 oder der Carry Trade. Trotzdem durchbrach der Aktienindex die 1.400-Marke, während der Dollar-Index auf die zuvor genannte Grenze zumarschiert.

Diese ungewöhnliche Reihung von Umständen kann auf mehrere Faktoren zurückgeführt werden: eine falsche Aktienrallye, die kurz vor dem Absturz steht; eine systemische Veränderung bzgl. der Funktion des Dollars als eine Funding- und Liquiditätswährung; oder vielleicht auch einfach die Reflektion einer mangelnden Überzeugungskraft der einen Sache, die all diese Märkte harmonisiert: Risikobereitschaftstrends. In Wirklichkeit ist es eine Mischung aus diesen drei Faktoren. Was den Dollar betrifft, so bedeutet der Reiz des „sicheren Hafens“ nicht unbedingt, dass er auch eine ideale Fundingwährung für Zinsarbitrage ist. Jedoch hat die Währung diese Rolle mit Leichtigkeit übernommen, da die Zinsen bei Null verankert sind, die Kapitalmärkte mit Anreizen überflutet werden und die US-Zentralbank versprochen hat, die politischen Zügel bis 2014 locker zu lassen.

Trotzdem, wenn man sich an diesem Ende des Spektrums befindet, dann gibt es eine größere Sensibilität für selbst moderate Verschiebungen der fundamentalen Entwicklung. Genauso wie wir erwarten würden, dass die erste Zinssenkung (oder die Hoffnung auf diese Entscheidung) eine ertragreiche Währung wie den australischen Dollar niedriger notieren lässt, sobald die extrem günstigen Arbitrage-Bedingungen für den Dollar unter Druck geraten; sehen wir eine überhöhte Reaktion des Marktes. Durch die Entscheidung der Fed in der letzten Woche, wurde dieser Knopf gedrückt. Die Bedenken aus der vergangenen Woche als Fed-Chef Bernanke keinen einfachen zeitlichen Kurs für die dritte quantitative Lockerung vorgab, wurden noch dadurch befördert, dass die Zinspolitikgruppe einen verbesserten Wachstumsausblick vorlegte und Hoffnungen auf weitere Anreizprogramme (geschweige denn einer kurzfristigen Finanzspritze) dämpfte. Tatsächlich zeigten die Swaps, dass der Zinsausblick die Einpreisung eines 25BP-Anstieg von Mitte 2014 auf das dritte Quartal 2013 vorgezogen hat und zehnjährige Staatsanleiherenditen sind gestiegen. Aber ist dies ein nachhaltiger Trend? Würde der Markt so früh eine Rallye starten nur aufgrund von vagen Hoffnungen auf eine zahme Rückkehr zu höheren Zinsen? Dies ist unwahrscheinlich.

Worauf es wieder einmal ankommt, sind Risikobereitschaftstrends. Wenn Kapitalmärkte (S&P 500) aufgrund der Aussicht auf ein gesundes Wachstum und stabile, niedrige Zinsen steigen, dann wird ein ertragsschwacher Dollar wahrscheinlich in seine komfortablen Korrelationen zurückfallen. Es wird auch eine „Prämie“ geben, die im starken Anstieg des Dollars aufgrund der Hoffnung auf eine Zinsentscheidung eingepreist war. Diese könnte Anfang der Woche gegen die Währung arbeiten; vorausgesetzt es gibt einen risikofreudigen Markt. Jedoch sollten wir nicht unbedingt das alternative, zugrunde liegende Szenario abschreiben: eine echte Verschiebung der Risikoaversion. Sollte die Performance der Kapitalmärkte durch die Konjunkturprogramme Wirkung zeigen, so könnte das Risiko, dass die nächste Entscheidung der obersten Zinsbehörde eine Zinskürzung ist, die Stimmungstrends abstürzen lassen.


John Kicklighter, Daily-FX Analyst

Weitere Informationen in englischer Sprache finden Sie bei DailyFx: http://www.dailyfx.com.


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